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Duisburg: Zwangsurlaub im Rathaus

Duisburg : Zwangsurlaub im Rathaus

Die 6160 Mitarbeiter der Kernverwaltung müssen bis zum 4. Januar Urlaub und Überstunden abbauen.

Auch in diesem Jahr schickt die Stadt die meisten der rund 6160 Mitarbeiter der Kernverwaltung ab Heiligabend in "Zwangsurlaub". Erst am Montag, 4. Januar, füllen sich die Amtsstuben wieder. Einzelne Dienststellen sind von der grundsätzlichen Regelung ausgenommen: Feuerwehr und Rettungsdienst für die Sicherheit, Kulturschaffende wie die Philharmoniker für Konzerte oder der Notdienst im Standesamt für Sterbefälle.

Geschlossen bleiben in diesem Jahr die städtischen Bäder (bis einschließlich 3. Januar) und die Stadtbibliothek und ihre Zweigstellen (bis einschließlich 4. Januar). Auch bei Wirtschaftsbetrieben, DVG und Stadtwerken wird nach Kräften Urlaub abgebaut. "Wer kann, der geht", sagt DVV-Sprecherin Kathrin Nass. Für Bus und Straßenbahn, bei Energieversorgung und Müllentsorgung ist die notwendige Zahl von Mitarbeitern aber im Dienst.

Die Schließung und der damit verbundene Abbau von Urlaub und Überstunden hat vor allem finanzielle Gründe. Denn die Stadt muss als Arbeitgeber dafür Rückstellungen bilden. Ende 2014 beliefen die sich auf rund 3,36 Millionen Euro für den Urlaub und fast sechs Millionen Euro für Gleitzeit-Guthaben. Eine Million Euro will die Kämmerei durch den Abbau über die Feiertage einsparen. Außerdem schoben die kommunalen Mitarbeiter einen Überstundenberg von fast 270.000 Stunden vor sich her. Aktuelle Zahlen liegen nicht vor, doch der Berg ist im Verlaufe des Jahres eher gewachsen als geschrumpft. "Wegen der Anstrengungen zur Unterbringung der Flüchtlinge sind in der Sozialverwaltung, beim Immobilienmanagement und beim Ordnungsamt viele Überstunden angefallen", so Stadtsprecher Peter Hilbrands.

Über die Feiertage können die auch nur zum Teil abgebaut werden. Zwar wird das Land zwischen den Jahren keine neuen Zuweisungen vornehmen, dennoch sind Notdienste eingerichtet für alle Dienststellen, die mit Flüchtlingen zu tun haben. "Auch das Personal in den Unterkünften selbst verrichtet Notdienst. Insgesamt werden rund 250 Bedienstete arbeiten", rechnet Stadtsprecherin Gabi Priem.

Durch die Reduzierung von Energiekosten will die Stadt weitere Einsparungen erzielen. Gespart wird vor allem bei den Bädern, aber auch in den Büros, wo Lichter nicht brennen, Heizungen und Rechner nicht laufen. "Durch die CO2-Reduzierung (Heizung, Strom, Pendelverkehr) ergeben sich positive Effekte für die Umwelt", heißt es. Auch der Chef der Verwaltung macht keine Ausnahme: OB Sören Link verbringt Weihnachten und Jahresausklang im Kreise seiner Familie.

(RP)