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Problemhaus in Duisburg: Zuwanderung: Noch ist viel Arbeit in Projekten nötig

Problemhaus in Duisburg : Zuwanderung: Noch ist viel Arbeit in Projekten nötig

Die Verwaltung legt in der Sitzung des Sozialausschusses am Montag einen Zwischenbericht über Maßnahmen vor, die bei der Integration der Bulgaren und Rumänen helfen sollen und für die die Stadt eine Millionen Euro Haushaltsmittel bereitgestellt hat.

Das Gesundheitsamt zum Beispiel erreichte bislang 107 Frauen aus 20 Nationen, 62 davon aus Bulgarien und Rumänien, die als Prostituierte arbeiten. Bei ihnen gab es eine hohe Zahl von Diagnosen — sprich Erkrankungen. Da die zuständige Mitarbeiterin zwischenzeitlich erkrankte, konnte die Zielzahl von 300 Frauen nicht erreicht werden. Auch beim Impfen von Kindern aus Südosteuropa kam das Gesundheitsamt nicht so schnell weiter wie geplant. 400 Kinder wollte es impfen, 77 sind es bislang erst.

Die Arbeit des Projekt ZOF in Rheinhausen (sprachliche und kulturelle Vermittlungen zwischen Anwohnern und Behörden, der Polizei und den Nachbarn, Übersetzung von amtlicher Post und vieles mehr) werde durch hohe Fluktuation und Konflikte unter den Anwohnern erschwert, so die Verwaltung. Inzwischen habe ein neuer Mitarbeiter erfolgreich eine Kindergruppe ins Leben gerufen. Noch in der Planungsphase steckt das kombinierte Wohn- und Betreuungsprojekt im Zusammenwirken von Gebag, Wohlfahrtsverbänden und Sozialamt. Für vier Familien solle angemessener Wohnraum hergerichtet, die Mietzahlung aufgebracht und eine soziale Betreuung sichergestellt werden.

  • Fotos : Blick auf Duisburgs "Problemhaus" in Rheinhausen
  • Fotos : Eskalation am Problemhaus Duisburg
  • Fotos : Zuwanderer-Diskussion: Drei Demonstrationen in Duisburg

Noch eine Menge Arbeit ist bei den Projekten nötig, die die Kinder auf die Schule vorbereiten sollen. An den "Willkommenskursen" nahmen bislang 90 Kinder und Jugendliche teil. Das Schulamt hat daneben 60 Lerngruppen für 900 Schüler an 20 Standorten eingerichtet, in denen unter Einbeziehung der Eltern Hilfen zur Alphabetisierung, zum Lernen und zur Berufsvorbereitung gegeben werden. Aufgrund erhöhter Nachfrage besteht aus Sicht der Verwaltung ein großer Bedarf an der Begleitung der Zuwandererfamilien durch interkulturelle Berater, die Dolmetscher, Vermittler, Schlichter, Sozialarbeiter und Integrationshelfer zugleich sind. Als Selbstläufer hat sich die Berufsvorbereitung für Jugendliche bis 25 Jahre herausgestellt, die die Gesellschaft für Beschäftigungsförderung managt. Sie benötigt offenbar dringend weitere Räume, um die große Nachfrage befriedigen zu können.

(hch)