Duisburg: Zu wenig Lehrer: Grundschulleiter schlagen Alarm

Duisburg : Zu wenig Lehrer: Grundschulleiter schlagen Alarm

Steigende Schülerzahlen, steigende Zahl von Zuwandererkindern, knapper Schulraum, größer werdende Klassen und fehlende Lehrer - bei dieser Mischung sehen sich Duisburgs Grundschulleiter am Limit und fordern in einem gestern veröffentlichten Positionspapier überfällige Verbesserungen. In dem Brandbrief erläutern sie ihre Situation, die zumindest in der Politik hingänglich bekannt sein dürfte. Duisburgs Schülerzahlen steigen bekanntlich.

Zum im Sommer beginnenden Schuljahr rechnet die Stadt wieder mit so vielen Schülern wie zuletzt vor zehn Jahren, als es in Duisburg noch 89 Grundschulen gab. Heute sind es 78.

Die Grundschulleiter beklagen, dass dazu auch noch die Zahl der Flüchtlings- bzw. Zuwandererkinder in die Höhe schnellt, die im herkömmlichen Sinne anfangs oft nicht beschult werden könnten. "An einigen Schulen fehlen jedem zweiten Kind elementare Grundkenntnisse und Sprache", heißt es in der Stellungnahme. Insbesondere in Hochfeld und Marxloh fehle zudem Schulraum, den die Stadt bekanntlich mit Containern überbrücken will, bis Neubauten errichtet worden sind. In etlichen Grundschulen würden die Klassen größer, die Schülerzahl liege dabei über den angestrebten 24 Kindern. Von insgesamt 97 ausgeschriebenen festen Lehrerstellen hätten bis November vorigen Jahres nur 34 besetzt werden können. Wie berichtet, ziehen Bewerber das Arbeiten in anderen Kommunen vor. Die Grundschulleiter fordern daher auch den Neubau von Schulen statt einer Erweiterung auf mehr als drei Züge.

Bei der Beschulung von Neuzuwanderern sei mehr Unterstützung notwendig und außerdem: Interkulturelle Berater, Dolmetscher, Jugendhilfe, mehr Ganztagsplätze, zusätzliche Sekretärinnen und Verwaltungsstunden, keine Klasse mit mehr als 24 Kindern, zentral gesteuerte Zuweisungsverfahren für Grundschullehrer statt schulscharfer Stellenbesetzung.

(hch)
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