1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Duisburg: Zu viele Nichtschwimmer in Duisburg

Duisburg : Zu viele Nichtschwimmer in Duisburg

Schwimmlehrer und die DLRG schlagen Alarm: Jeder dritte Zehnjährige in Duisburg sei inzwischen Nichtschwimmer. Das liege nicht zuletzt an der Infrastruktur mit zu wenig Bädern und Schwimm-Möglichkeiten.

Die Polizei zählte 2003 in der Sommersaison zwischen Mai und August damals 19 Ertrunkene — eine Rekordzahl für Duisburg. Dass der Sommer in diesem Jahr bisher zurückhaltender war, kann insoweit als Glücksfall bezeichnet werden. In Duisburgs Badeseen kam laut Polizei in diesem Jahr noch niemand zu Tode. Wohl aber im Rhein, in dem wie berichtet am 28. Mai ein 13-jähriger Junge ertrank. Der Nichtschwimmer soll möglicherweise von einem 16-Jährigen ins Wasser geschubst worden sein.

Schwimmlehrer und DLRG machen sich Sorgen wegen der steigenden Zahl von Nichtschwimmern in Duisburg. "Sicher ist, dass in Duisburg mittlerweile ein Drittel der Zehnjährigen nicht schwimmen kann", so Martin Flasbarth, Ortsverbandssprecher der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft. Die Gründe dafür seien schnell erklärt. "Dadurch, dass in der Stadt immer mehr Bäder schließen, wird in Duisburg wortwörtlich das Wasser knapp." Deshalb müssten die Schwimmvereine ihre Kapazitäten zurückfahren. Eine so breit aufgestellte Ausbildung wie früher sei so heute nicht mehr möglich.

Auch die Schwimmausbildung in der Schule hält die DLRG nicht für ausreichend. "Von einer angemessenen Schwimmausbildung kann im Rahmen des Schulunterrichtes keine Rede sein", findet Flasbarth. "Wenn es einen solchen Unterricht überhaupt noch gibt, dann kümmert sich da meist ein Lehrer um 20 bis 30 Schüler." Zu erwarten, dass der Nachwuchs so mehr lernen könne, als sich bloß über Wasser zu halten, sei naiv.

Auch die privaten Schwimmlehrer der Stadt sehen Nachbesserungsbedarf. "In zehn Jahren werden nur noch 30 von 100 Kindern schwimmen können, sollte das so weitergehen", sagt Schwimmlehrer Klaus Burger. "Sowohl die Landesregierung als auch der Stadtrat haben in der Vergangenheit alles dafür getan, um uns die Arbeit so schwer wie möglich zu machen." So dürfe er seit 2010 nur noch maximal zwei Kinder pro Tag ausbilden, ohne dass eine Abgabe an die Stadt fällig werde. "Das rechnet sich für mich einfach nicht", meint Burger.

"In zehn Jahren kann ich so 1000 Kinder weniger ausbilden als bisher. Ich weiß, dass es einigen Schwimmlehrern genauso geht." Mit dem Schwimmen anfangen sollte man laut Flasbarth und Burger zwischen dem vierten und sechsten Lebensjahr. "Das Kind sollte Radfahren können, bevor es in den Schwimmunterricht geht", erklärt Burger. "Das Gleichgewichtsgefühl ist auch im Wasser entscheidend." Guter Schwimmunterricht müsse auch nicht lange dauern. "Vier bis fünf intensive Stunden reichen", sagt der Schwimmlehrer. "Dann können sich die meisten meiner Kinder ordentlich über Wasser halten."

(RP)