1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Duisburg: Zu Besuch in der Rheinbrücke

Duisburg : Zu Besuch in der Rheinbrücke

Die Rheinische Post besichtigte das Innenleben der A 40-Rheinbrücke zwischen Homberg und Neuenkamp. Unter der Fahrbahn sind mehrzellige Hohlkästen hintereinander gehängt. In diesen Kästen kann man entlang gehen. Gemütlich ist es nicht gerade. Es dröhnt und poltert und vibriert.

Der Eingang liegt in drei Metern Höhe. Fast würde man ihn zwischen den Graffiti übersehen. Klaus Göller legt eine Leiter an. Er klettert empor. Sein signalfarbener Overall reflektiert in der Sonne. Göller schließt die unscheinbare Tür auf und verschwindet im Beton. Harald Kutzen, Göllers Kollege von der Autobahnmeisterei Duisburg, klettert hinterher. Dann dürfen wir. Zum Schluss folgt Volker Buchholz, Diplom-Ingenieur von der Bochumer Regionalniederlassung des Landesbetriebes Straßen NRW. Straßen NRW hat uns in die A 40-Rheinbrücke eingeladen. Ja, in den Brückenkörper.

Rheinbrücke Duisburg-Neuenkamp heißt das 777,40 Meter lange Bauwerk korrekt. Die Brücke verbindet mehr als nur Homberg mit Neuenkamp. Sie überspannt die Grenze zwischen Ruhrgebiet und Niederrhein. Ein enorm wichtiges Bauwerk, täglich strapaziert von huntertausenden Kraftfahrzeugen.

Regelmäßige Prüfungen

Die unscheinbare Tür, durch die wir in das Bauwerk gelangen, liegt am Neuenkamper Rheinufer. Nachdem wir den schmalen Eingang hinter uns gelassen haben, gehen wir einige Meter geradeaus, parallel zum Rhein, und biegen dann durch eine Öffnung links ab. In den "mehrzelligen Hohlkasten", wie es im Brücken-Übersichtsblatt von Straßen NRW heißt.

  • Der Pegel in Ruhrort misst den
    Sirenen & Notdeiche : So schützt sich Duisburg gegen Hochwasser
  • Ein Mann wirft einen Stimmzettel in
    Bundestagswahl 2021 : In diesen Wahlkreisen in NRW wird gewählt
  • Eine Visualisierung des neuen Krefelder Parkhauses
    Stellplätze für 121 Autos in Krefeld : Baustart für Parkhaus der Hochschule Niederrhein am Campus

Wir sind jetzt unter der Straße, Fahrtrichtung Venlo. Es dröhnt, vibriert, knarrt. Man kann jeden einzelnen Lastwagen, der über uns hinweg donnert, ausmachen. Buchholz knipst Licht an. Zu sehen ist nicht viel. Über uns, unter uns, rechts und links: Stahl. "Kommt ein Mann zum Arzt. . ." steht mit Kreide auf einer Wand geschrieben.

Die Hohlkörper sind über die gesamten 777,40 Meter hintereinander gebaut und mit türartigen Öffnungen verbunden. "Wir sind regelmäßig hier, um den Zustand der Brücke zu kontrollieren", erklärt Buchholz. Zum Beispiel darauf zu achten, dass die Schweißnähte in Ordnung sind. Bei einer Prüfung vor Jahren entdeckten die Kontrolleure von Straßen NRW in der Stahlkonstruktion feine Risse. Monatelang wurde in der Brücke geschweißt. Um die Schwingungen im Innenraum gering zu halten, mussten oben Fahrbahnstreifen gesperrt werden.

Sie muss sich bewegen

Stählerne Mittelträger-Schrägseilbrücke nennt sich die Konstruktion. Eine Brücke ist kein starres Bauwerk, "sie muss sich bewegen", erklärt Buchholz. Tatsächlich liegt die Brücke auf mehreren riesigen Lagern auf, die ihr Spiel geben.

Wir sind über eine kleine Leiter in einen der Brückenpfeiler, einen Pylon, geklettert. Und zwar in den rechtsrheinischen Pfeiler direkt am Wasser. Wir befinden uns sozusagen auf einer kreisförmigen kleinen Aussichtsplattform. Der Wind bläst kalt über den Rhein. In der Mitte ist ein großes Stahllager installiert, das den Ausschlag der Brücke nach rechts oder links anzeigt. Auch das müssen die Männer von Straßen NRW kontrollieren.

Alle sechs Jahre ist eine Hauptprüfung angesagt. Wollen die Experten den Brückenkörper von außen begutachten, müssen sie den Brückenbesichtigungswagen benutzen. Dieser mobile Seitenanbau kann dann außen an der Brücke entlang fahren. "Wir müssen bloß die Rheinquerung offiziell anmelden", erklärt Volker Buchholz.

Er knipst das Licht aus. Die Führung ist beendet. Die Außentür wird abgeschlossen. Nachdem wir unten sind, wird die Leiter entfernt. Schön wäre es, jetzt mit dem Auto direkt auf die Brücke springen zu können. Aber so nah wir ihr auch gerade sind — um auf die A 40 Richtung Venlo zu gelangen, müssen wir tatsächlich noch zehn Minuten durch Duisburg fahren.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Ein Blick in die Rheinbrücke

(RP/rl)