Duisburg: Tiere sind gegen die Kälte gewappnet

Duisburg : Tiere sind gegen die Kälte gewappnet

Zooinspektor Jan Swatek weiß, wie sich die Tiere auf einen möglichen Kälteeinbruch vorbereiten. In den Wintermonaten ist der Zoo mitnichten leer, sondern präsentiert den gesamten Tierbestand.

Mit Temperaturen von bis zu zwölf Grad, austreibenden Pflanzen und Nieselregen zeigt sich der Winter bislang von seiner unnatürlichen Seite. Wie die Tiere im Zoo auf die eigenartigen Witterungen reagieren, weiß Zooinspektor Jan Swatek. "Der Winter wird kommen, da glaube ich fest dran, und das wissen auch die Tiere", sagt er.

Schon Ende 2012 wechselten viele der Zoobewohner am Kaiserberg von Sommer- auf Winterfell und werden, wenn es das Wetter denn so will, von der isolierenden Eigenschaft der dichtstehenden Unterwolle profitieren. Frosterprobte Vögel greifen im Zoo dagegen auf andere Tricks zurück, um sich gegen klirrende Kälte zu schützen. So ist von der Schnee-Eule bekannt, dass sie im Sommer bis zu 800 Gramm Körperfett speichern kann, um den Winter problemlos zu überstehen. "In den Wintermonaten füttern wir mit energiereicherer Kost. Auch die Tiere fressen sich einen leichten Winterspeck an, um sich den Witterungen anzupassen", so der Zooinspektor.

Eine andere Art der Fettspeicherung lässt sich bei den Trampeltieren erkennen. Hier führte die üppige Nahrungsaufnahme in den vergangenen Wochen zu prall gefüllten Höckern. Lange Zeit glaubte man, die Wüstenbewohner würden aufgrund der Hitze und Trockenheit überwiegend Wasser in ihren Höckern speichern. Neuerdings stellten sich die Höcker allerdings als riesige Fettspeicher heraus, die es den Trampeltieren ermöglichen, bei Nahrungsknappheit längere Zeit davon zu zehren. Außerdem isolieren sie prächtig gegen Kälte.

Andere Tiere, besonders jene ohne dickes Fell, ziehen sich bei niedrigen Temperaturen gerne in ihre beheizten Warmhäuser zurück. "Wenn es den Tieren zu ungemütlich wird, verlassen sie ihre Häuser nur, um frische Luft zu schnappen. Sie lieben ihre Häuser, die in den Wintermonaten mit einer extra Schicht Stroh ausgelegt werden", beschreibt Swatek. "Geschlossen werden die Freigehege allerdings nie."

Andere Tiere im Zoo bedürfen etwas der Nachhilfe, um sich winterfest zu machen. Den riesigen Elefanten mit ihrer dicken Haut macht die Kälte nicht viel aus, möchte man meinen. "Doch bei den Dickhäutern finden sich Körperstellen, die trockener Kälte nicht unbedingt gewachsen sind", so Swatek. Die Tierpfleger kontrollieren vor allem Hautpartien an den Zehennägeln sowie um die Augen. "Abhilfe schafft eine fettige Creme, die auf die empfindsamen Stellen aufgetragen wird", so der Fachmann.

Den schlafähnlichen Zustand des Winterschlafs findet man im Tierpark am Kaiserberg nicht vor. "Doch unsere griechischen Landschildkröten ruhen ganz entspannt in Kühlschränken bei ungefähr sechs Grad", verdeutlicht der Zoomitarbeiter. "Dieses Verfahren nennen wir einwintern und die Tiere werden erst im März wieder aus ihrem Schlaf aufgeweckt." Der Winterschlaf sei bei den Landschildkröten für ein gleichmäßiges Panzerwachstum wichtig. "Ohne Winterschlaf wäre eine artgerechte Haltung nicht möglich."

Hier geht es zur Bilderstrecke: Wie Tiere überwintern

(RP)
Mehr von RP ONLINE