Duisburger Zoo: Neuzugänge und Abgänge am Kaiserberg

Abgänge und Neuzugänge im Duisburger Zoo: Großes Kommen und Gehen am Kaiserberg

Mit dem Wiegen und Messen der Pantherschildkröten ging die Inventur im Zoo zu Ende. 2019 ziehen auch neue Arten ein. Darunter Koala Toorie aus Schottland.

Behutsam legt Alexander Nolte die kleine Pantherschildkröte auf eine Waage. Das Reptil mit einer Länge von knapp fünf Zentimetern hat einen grün-gelben Panzer. „Die Schildkröten haben ihren Namen aufgrund ihres gemusterten Panzers und nicht etwa, weil sie Fleisch fressen“, sagt der Revierleiter des Affenhauses im Duisburger Zoo. An der Waage blinken rote Zahlen auf: Das Reptil wiegt schlanke 92,4 Gramm.

Tierärztin Dr. Carolin Bunert wühlt daraufhin in einem dicken Ordner. Sie sucht eine Art Personalausweis, der von jeder Schildkröte angefertigt wird. Der Ausweis, der regelmäßig erneuert wird, beinhaltet zwei Fotos – eines zeigt den Panzer, das andere den Bauch – und Angaben zu Gewicht und Größe des Tieres. „Der Ausweis ist wie der Fingerabdruck bei einem Menschen“, sagt die Tierärztin. „Jede Schildkröte hat ein anderes Muster auf dem Panzer.“ Aus diesem Grund erhielten die Reptilien auch keine bunten Ringe oder ähnliches, um sie voneinander zu unterscheiden.

Dr. Carolin Bunert wiegt eine Pantherschildkröte. Die Reptilien haben ihren Namen aufgrund ihres gemusterten Panzers. Foto: Christoph Reichwein (crei)

Es sei für die Tierärztin wichtig, das Gewicht zu dokumentieren. „Schildkröten nehmen aufgrund ihres Stoffwechsels nur langsam zu“, sagte Bunert. Deshalb müsse das Gewicht zwei bis drei Mal im Jahr kontrolliert werden. Auch die Vermessung der Länge und Breite des Panzers gibt der Tierärztin Aufschlüsse über die Ernährung eines Tieres. „Wachsen Schildkröten zu schnell, weil sie zu viel fressen, dann kann es sein, dass der Panzer deformiert wird“, sagt Carolin Bunert.

Mit dem Wiegen und Messen aller Pantherschildkröten aus dem Affenhaus endete gestern die Inventur im Tierpark am Kaiserberg. In den vergangenen Wochen haben die Mitarbeiter des Zoos alle Bewohner gewogen, gemessen und gezählt. Das Ergebnis: Rund 8981 Individuen aus 418 Arten leben derzeit im Duisburger Zoo. „Der Tierbestand im Zoo hat sich im Vergleich zum Vorjahr insgesamt leicht verringert“, sagte der zoologische Leiter Johannes Pfleiderer. Im Jahr zuvor hätten noch über 430 Arten im Tierpark gelebt. Den Zoo verlassen haben beispielsweise die Hinterwälder Rinder, die nach Angaben des Zoos nun im Rahmen eines Beweidungsprojekts in Leipzig einen wichtigen Beitrag zum Artenschutz leisten.

Ab sofort können auch Sumpfwallabies im Zoo bestaunt werden. Foto: Zoo Duisburg

Die Inventur stellte einige Tierpfleger auf eine harte Probe. „Bei einigen Arten können sich Jungtiere unbemerkt im Gehege verstecken“, weiß Pfleiderer. Auch manche ausgewachsenen Tiere ließen sich über einige Wochen nicht blicken. Besonders im Aquarium stehen die Mitarbeiter jedes Jahr vor einer riesigen Herausforderung. „Fische sind flink, lassen sich kaum auseinanderhalten und Jungtiere sind zum Teil winzig“, sagt Pfleiderer. Schier unmöglich ist es den Bestand der Guppys in der Tropenhalle Rio Negro genau zu ermitteln. Hier müsse nach Angaben des zoologischen Leiters geschätzt werden, da die Fische sehr klein und mit dem bloßen Auge kaum in der großzügigen Anlage zu entdecken seien.

2019 stehen wieder Änderungen im Tierbestand an. Bis Mitte Februar werden die Wisente ausziehen, um Platz für die Erweiterung der Löwenanlage zu machen. Neu in den Zoo ziehen unter anderem Dahomey-Zwergrinder, Java-Binturongs, Wickelschwanzleguane, Schlankboas, Sumpfwallabies, rote Sumpfspringaffen und Schwarzschwanzseidenaffen. Heimlicher Star unter den Neuzugängen ist aber Koala Toorie aus Edinburgh.

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