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Coronavirus trifft Zoos in NRW: "Jeder Euro zählt"

Zoos wegen Corona-Krise auf Spenden angewiesen : „Es zählt jeder Euro“

Schon lange sind Zoos auf Spenden angewiesen, um Tiere versorgen und die Anlagen öffnen zu können. In Zeiten von Corona fehlen jedoch sämtliche Einnahmen durch Eintrittsgelder. Die Zoos benötigen dringend Unterstützung.

Nicht nur Gastronomiebetriebe, Einzelhändler oder Start-ups leiden unter den wirtschaftlichen Folgen der Corona-Pandemie. Auch Zoos mussten ihre Tore schließen und somit auf Eintrittsgelder verzichten. Gelder, mit denen für gewöhnlich die Gehälter der Mitarbeiter, die Anlagen und vor allem das Futter für die Tiere finanziert werden.

Das stellt die Zoo-Betriebe vor ein großes Problem. „Wir sind ohnehin schon immer auf Spenden angewiesen, in dieser Zeit ganz besonders“, sagt Silvana Czok vom TerraZoo-Reptilienhaus in Rheinberg. Mehr als 1000 Tiere müssen dort täglich versorgt werden. Um die Nahrung der Reptilien zu sichern, hat der Zoo bereits einen Hilferuf auf Facebook veröffentlicht. „Innerhalb von wenigen Minuten haben sich schon die ersten Unterstützer gemeldet und Spenden überwiesen“, sagt Czok. „Da ist man wirklich gerührt, wie viel Anteil die Menschen nehmen.“ Dabei helfen laut Czok auch kleine Geldbeträge: „Es zählt wirklich jeder Euro.“ Auch Direktspenden wie Äpfel, Gurken oder Salatköpfe seien gerne gesehen. „Natürlich werden die mit genügend Abstand voneinander übergeben“, sagt die stellvertretende Zoo-Leitung. Mehr Infos zum TerraZoo finden Sie hier.

Auch größere Zoos, wie der in Duisburg, sind in diesen Tagen besonders auf Spenden angewiesen. Dort hat die Zooleitung die Aktion „Futterhelden“ ins Leben gerufen. Ab 25 Euro kann jeder eine Futterpatenschaft für ein bestimmtes Tier des Zoos übernehmen. Für das Engagement gibt es als Dankeschön eine Urkunde. „Die Aktion läuft seit vergangenem Freitag. Bisher sind mehr als 100 Menschen zu symbolischen Futterhelden geworden“, sagt Zoo-Sprecher Christian Schreiner. Die Spenden kommen laut Schreiner direkt der Versorgung der Tiere zu Gute - und das sind nicht wenige: Etwa 7000 Tiere aus rund 388 Arten leben in dem Zoo. Das Futter der Tiere müsse zudem einige Standards erfüllen: „So bekommen Seelöwen, Pinguine und Co. Fisch aus zertifizierten, besonders schadstoffarmen Gewässern, die Giraffen spezielles Rohfaserfutter und die Affen verschiedenstes Gemüse in Lebensmittelqualität.“ Großtiere, wie Elefanten, benötigen laut dem Sprecher natürlich deutlich größere Futtermengen als beispielsweise die Zwergmäuse. „Ein Elefant vertilgt am Tag über 100 Kilogramm Futter (Gras, Heu, Saftfutter), eine Zwergmaus hingegen nur wenige Gramm (Körner, Gemüse.“ Mehr Informationen zur Futterpatenschaft des Duisburger Zoos finden Sie hier.

Auch im Kölner Zoo sind nicht nur in diesen Tagen Spenden willkommen. „Wir können zwar eine gewisse Zeit überleben, aber den Einnahmenausfall über einen längeren Zeitpunkt hin nicht kompensieren“, sagt Zoo-Sprecher Christoph Schütt. Dabei bietet der Zoo gleich verschiedene Modelle zur Auswahl an. So können Spender nicht nur Tier-, sondern auch Baumpaten werden. Interessierte könnten aber auch zweckungebunden spenden. Mehr Infos dazu gibt es hier.

Wer glaubt, wegen der fehlenden Besucher ginge es in den Zoos viel ruhiger zu als sonst, der täuscht sich. Der Kölner Zoo veröffentlicht in diesen Tagen zahlreiche Videos aus den verschiedenen Bereichen der Anlage und gibt einen Einblick in das Leben im Zoo. „Trotz - und gerade wegen - der aktuellen Lage, wollen wir diesen Auftrag nicht ruhen lassen, sondern unter den gegebenen Bedingungen neu denken“, sagt Schütt. Das Ergebnis: Zahlreiche Videos, Tweets und Stories auf den Social Media-Kanälen. Darauf zu sehen sind neugeborene Jungtiere oder auch einfach mal eine blühende Magnolie auf dem Schwanenteich. Und das kommt offenbar gut an: „Wir kriegen ein tolles Feedback darauf. Viele freuen sich, dass sie den Kopf kurz frei kriegen beim Anblick unseren kleinen Flusspferdbullen“, sagt Schütt.