Zoo Duisburg: Wombat-Weibchen Allinta überraschend gestorben

Trauer im Zoo : Wombat-Weibchen Allinta überraschend gestorben

Pfleger fanden das nur sechs Jahre alte Tier tot in seinem Gehege. Nun soll die Todesursache geklärt werden.

(U.S.) Als 2015 die beiden Wombat-Weibchen Allinta und Tinsel aus dem australischen Zoo Healesville in den Duisburger Tierpark umzogen, ruhten auf ihnen die Hoffnungen, die beliebten Plumpbeutler wieder züchten zu können. In Tinsels Fall war das begründet. Sie brachte Ende 2017 das Jungtier Apari zur Welt und damit den ersten Wombat-Nachwuchs am Kaiserberg seit 40 Jahren. Bei Allinta hat sich die Hoffnung nun jäh zerschlagen. Völlig unerwartet ist das Tier, wie jetzt bekannt wurde, in der vergangenen Woche gestorben.

„Die Pfleger haben Allinta an einem Tag gegen Mittag in ihrem Gehege tot aufgefunden“, schildert Christian Schreiner, Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Zoo, das Geschehen. Anzeichen irgendeiner Erkrankung habe Allinta zuvor nicht gezeigt. Schreiner: „Für die Pfleger ist das ganz schlimm. Der Tod von Allinta kam für sie total überraschend.“ Tierpathologen sollen die Todesursache nun klären.

Revierpfleger Mario Chindemi stellte im Juli 2015 Allinta der Öffentlichkeit vor. Foto: Funke Foto Services GmbH/Michael Dahlke

Gerade einmal sechs Jahre alt wurde der Wonneproppen mit den kleinen Mandelaugen. Wombats in freier Wildbahn ist selten ein höheres Alter vergönnt. In Tierparks und Zoos erleben die buddelfreudigen Beuteltiere indes oft das 20., einige selbst das 25. Lebensjahr.

Die Wombat-Dame Emma erreichte im Zoo Duisburg sogar das biblische Alter von 34 Jahren und war bei ihrem Tod 2008 der älteste Wombat der Welt. „Unser Kopfkissenwombat“, nannte sie der frühere Zoo-Chef Achim Winkler einmal, weil Emma so friedfertig war, wie kaum einer ihrer Artgenossen. Das hat sie auf ihrem Sohn Rolf vererbt, der handzahm war und sich nicht nur von seinen Pflegern gerne auf den Arm nehmen ließ, obwohl er mit über 30 Kilo kein Leichtgewicht war. Rolf wurde immerhin noch 21 Jahre alt.

Weitaus weniger umgänglich als Mutter und Sohn war Boney, der es in der Serie „Ruhrpott-Schnauzen“ sogar zum Fernsehstar gebracht hat. Die 40 Kilo schwere Wombat-Walze ging jedem, der nicht aufpasste, an die Wäsche. Weshalb ihn seine Pfleger auch „Killerwombat” nannten. Doch auch er gehörte am Kaiserberg zu den Wombat-Persönlichkeiten. Eine solche zu werden, ist Allinta, die so gerne Süßkartoffeln naschte, nicht mehr vergönnt. „Wir werden dich vermissen“, schreibt der Zoo auf seiner Homepage.

Mit Barney, Tinsel und Apari ist die Wombat-Familie am Kaiserberg nun auf drei Mitglieder geschrumpft, die alle eigene Anlagen bewohnen, weil Wombats Einzelgänger sind. Ob ein neues Weibchen in naher Zukunft den Platz von Allinta einnehmen wird, um die Zucht fortzusetzen, steht noch nicht fest. Christian Schreiner: „Das müssen zu gegebener Zeit der zoologische Direktor und der Kurator des Reviers entscheiden.“

Mehr von RP ONLINE