Zoo Duisburg: So überstehen die Tiere die Hitze

Zoo : So überstehen die Tiere die Hitze

Hecheln, ausruhen, ausharren: Die Tiere versuchen sich kühl zu halten. Im Zoo bekommen sie Erdbeereis. Hunde und Katzen sollten besser nur kleine Häppchen zu essen bekommen.

(RPN) Daisy reißt ihr Maul auf. Vom Rand des Geheges bespritzen Tierpfleger die Elefanten-Dame mit einem Feuerwehr-Schlauch – die Abkühlung ist für die Zoo-Bewohner wohltuend.

„Genau wie bei Menschen – wir schaffen’s ja bei 38 Grad nicht umzufallen, aber schöner ist es doch, wenn’s frisch und ein bisschen kühl ist“, sagt Volker Grün, Biologe und wissenschaftlicher Mitarbeiter im Zoo Duisburg. Die Tiere halten bei den aktuellen Temperaturen Siesta, suchen schattige Plätze und ruhen sich aus. „Die Tiere bekommen Wasserduschen oder ‘Eisbomben’ – gefrorenes Wasser mit Früchten wie Erdbeeren bestückt.“

Für die meisten Tiere sei die Hitze wie „nach Hause kommen“, Hitzschläge oder Kreislaufprobleme gebe es bislang keine; die Fenster wie bei den Lemuren-Gebäuden oder den Gewächshäusern stehen so weit es geht offen, damit frische Luft reinkommt.

„Zudem haben die Tiere ihre eigenen Klimaanlagen – Menschen schwitzen, Tiere hecheln.“ Außerdem suhlen sich die Bewohner des Tiergartens zurzeit liebend gerne im Sand und – gerade Schweine sowie Nashörner – im Schlamm. Das schütze ebenfalls vor der Sonne, so Volker Grün. Problematisch ist es hingegen in den Aquarien: „Das Kühlaggregat funktioniert nicht mehr hundertprozentig, deswegen müssen jetzt regelmäßig Pfleger das Aggregat bespritzen und analog am Laufen halten“, so Grün. Die andere Technik mache bisweilen – „Toi, toi, toi“ – alles mit. Die Teiche und Schwimmbecken erreichen auch keine kritische Temperatur, da das kühle Nass regelmäßig ausgetauscht und neu bewässert wird.

Um die Vegetation möglichst grün zu halten, bespritzen Mitarbeiter in der Morgendämmerung Bäume und Sträucher an und in den Gehegen. Nutznießer ist der Eukalyptus – die hauseigene Plantage wächst bei den Bedingungen so gut wie noch nie: „Normalerweise beziehen wir das Futter für die Koalas aus den USA, aber mittlerweile können wir uns wochenlang selbst versorgen“, sagt der Biologe.

Der heimischen Flora könnte es derzeit besser gehen: „Viele Bäume verlieren jetzt schon ihre Blätter, um weniger Wasser zu verdunsten. Disteln und andere wild wachsende Blütenpflanzen vertrocknen“, erklärt Jürgen Hinke vom Duisburger Nabu. Deshalb hätten es Hummeln und Schmetterlinge schwer, genug Nektar zu finden. Um Mäuse an Boden und Luft müsse man sich keine Sorgen machen, „die finden immer was.“ Vögel könnten zur Not umsiedeln, um neue Wasserquellen ausfindig zu machen.

Die Haustiere indes werden wie die Zoo-Tiere meist fremdversorgt: „Jetzt brauchen Hunde und Katzen immer frisches Wasser, frische Luftzufuhr und nur noch kleine Häppchen zu essen“, sagt Tierarzt Peter Noetzel. Er rät, morgens und abends längere Spaziergänge zu machen. „Viel aus der Sonne raushalten und wenn, dann mit Gewässern in der Nähe, in denen sich die Tiere abkühlen können.“

(bas)
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