Duisburg: Zoo bleibt unter der Millionen-Grenze

Duisburg : Zoo bleibt unter der Millionen-Grenze

Das schlechte Wetter in diesem Jahr – vor allem in den Ferien und an Wochenenden – hat dem Zoo die Besucherbilanz etwas verhagelt. Mit neuen Angeboten wie dem Quallen-Becken soll der Tierpark attraktiver werden.

Das schlechte Wetter in diesem Jahr — vor allem in den Ferien und an Wochenenden — hat dem Zoo die Besucherbilanz etwas verhagelt. Mit neuen Angeboten wie dem Quallen-Becken soll der Tierpark attraktiver werden.

In wenigen Tagen zieht Achim Winkler einen roten Strich unter das Zoo-Jahr 2013 — zumindest beim Blick auf die Besucherzahlen. Mehr als andere ist das "Freiluft-Event" auf gutes Wetter angewiesen. Und davon gab es gerade dann, wenn die Bürger Zeit hatten, um zum Kaiserberg zu reisen, viel zu wenig.# Regen an den Wochenenden, Regen in den Ferien und oftmals viel zu kalt für die Jahreszeit — das hat die Besucherbilanz wie schon im Vorjahr verwässert. Wenn überhaupt, dann kratzt der Zoo diesmal ganz knapp an der Eine-Millionen-Marke, Dauerkarteninhaber nicht eingerechnet.

"Schaut man sich um, so hat wohl schon jeder festgestellt, dass alles von Jahr zu Jahr teurer wird. Und das gilt auch bei uns", sagt Achim Winkler. Futter, Gehälter für die Mitarbeiter, Sachaufwendungen — "wir könnten gut mehr Geld gebrauchen". Doch an der Preisschraube bei den Eintrittspreisen drehen, das geht beim Zoo gar nicht oder nur mit sehr, sehr viel Sensibilität. Der Eigentümer Stadt ist selber klamm und kann nicht so viel Geld zuschießen, wie man es sich am Kaiserberg wünscht. Und große Sponsoren zu finden, die beispielsweise einen ganzen Anlagenteil unterstützen, wie das einst mit dem RWE beim Delfinarium der Fall war, das wird immer schwieriger.

Verlassen konnte sich der Zoo in diesem Jahr erneut auf den Förderverein und auf die Sparkasse. Ohne diese beiden Partner sähe es wesentlich düsterer aus. Die Zoo-Freunde beispielsweise stehen hinter dem Umbau des Fischehauses und werden auch im kommenden Jahr für Modernisierungen sorgen. Winkler hat viel Bestätigung dafür bekommen, dass beispielsweise das neue Korallenriff und das Quallen-Becken im Fischehaus Highlights für Besucher sind. "In Kürze wird der Riesensalamander dort in sein neues Terrain umziehen, und im kommenden Jahr werden wir dann alle anderen Fischbecken aufwerten können", freut sich der Zoochef. Was die Besucher meist nicht wahrnehmen: Die Modernisierung bezieht auch die Technik der Aquarien ein. Durch energetische Sanierung ist es möglich, die Kosten zu senken.

Die Sparkasse wiederum ist an vielen Stellen am Kaiserberg unübersehbar aktiv gewesen und ist es nach wie vor. Nach dem großen Umbau der Kinder-Erlebniswelt hat das Geldinstitut in diesem Jahr zum Beispiel ein riesiges Piratenschiff bezahlt, auf dem die Kinder nach Herzenslust klettern und toben können. Und auch für 2014 hat die Sparkasse ihr Sponsoring bereits angekündigt, wohl wissend, dass keine andere Freizeiteinrichtung in der Stadt eine derart große lokale, regionale und sogar überregionale Strahlkraft hat wie der Zoo.

Alleine kann aber auch das Bankhaus den Tierpark nicht finanzieren. Und so wird ungebremst weiter nach neuen Sponsoren gesucht. "Die Gespräche laufen, mehr will ich noch nicht verraten", sagt Winkler, der in den vielen Jahren als Zoochef gelernt hat, jeden Euro zigmal umzudrehen, bevor er ihn ausgibt.

Stolz ist Winkler darauf, dass am Kaiserberg auch in 2013 wieder etliche Tierbabys auf die Welt kamen. Bei den Koalas ist der zwar schon eingetroffen, wird aber erst im neuen Jahr den schützenden Beutel verlassen und sich den Besuchern zeigen. Bei etlichen Tierarten wurde mit der erfolgreichen Nachzucht das Aussterben verhindert. Die Fossas beispielsweise sind in Madagaskar akut vom Aussterben bedroht und vermehren sich am Kaiserberg bestens. Verbessern sich auf der Insel vor dem afrikanischen Kontinent die Lebensbedingungen für diese Raubkatzen wieder, könnte sehr wohl mit der Auswilderung von Fossas "made in Duisburg" begonnen werden.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Atemberaubende Bilder der Quallen im Duisburger Zoo

(RP)