1. NRW
  2. Städte
  3. Duisburg

Duisburg: Zehn Baustellen am Hauptbahnhof

Duisburg : Zehn Baustellen am Hauptbahnhof

Die Duisburger können sich auf einiges gefasst machen: In den nächsten Jahren wird es am Bahnhof zehn Großbaustellen geben. Die an der Bahnhofsplatte wird die letzte sein.

Die künftigen Arbeiten an der Bahnhofsplatte sind nur die Spitze des Eisbergs. Das wurde jetzt bei der Leitbild-Werkstatt für die Gestaltung des Bahnhofsplatzes deutlich. "Neubauten sind das neue Intercity-Hotel, die Hauptverwaltung von Multi Development, das Bahnhofsdach und die Bürogebäude von aurelis", erläuterte Beatrice Kamper vom Planungsamt. Dazu kämen Infrastrukturmaßnahmen mit Umbauten des Bahnhofsplatzes, der Mercatorstraße, der Verlegung des Fernbusbahnhofs, der A 59, des Mercatorkreisels sowie der Saarstraße.

Planungsdezernent Carsten Tum betonte, dass die Vielzahl dieser Maßnahmen ein abgestimmtes Vorgehen erforderten. "Die Bahnhofsplatte wird dabei wohl die letzte Baustelle sein", sagte er gestern bei der Vorstellung der Ergebnisse der anderthalbtägigen Leitbild-Werkstatt im CityPalais. Mit rund 70 Teilnehmern, neben "normalen" Bürgern auch Architekten, Vertreter von Feuerwehr, Polizei, DVG, Bahn und Verwaltung, wurden die Erwartungen weit übertroffen. Konsens unter den Teilnehmern war dabei, das Bahnhofsumfeld an seiner Westseite in vier unterschiedliche Teilräume aufzugliedern.

  • Fotos : Duisburg: Das ist die Bahnhofsplatte
  • Duisburg : Bahnhofsplatte: Werkstatt für alle geöffnet
  • Duisburg : Heftige Kritik am Charrette-Verfahren

Ankommen Damit ist der Bereich südlich des Haupteingangs gemeint. Dieser Teil hat vornehmlich funktionelle Aufgaben: Taxivorfahrt, "Kiss and ride", Ein- und Aussteigen — das sind die wesentliche Funktionen.

Repräsentativ Der Teil direkt vor dem Haupteingang soll einladend wirken. Gäste sollen gleich erkennen, in welcher Stadt sie sich befinden. Deshalb gab es die Idee, einen großen runden Springbrunnen mit Duisburg-Wappen und kreisförmig darum angelegte Sitzmöglichkeiten zu schaffen. Flankiert werden könnte dieser Bereich links und rechts von den 21 Magnolien zum Gedenken an die Opfer der Loveparade-Katastrophe. Am südlichen Ende, zur künftig als "Boulevard" bezeichneten Friedrich-Wilhelm-Straße, soll eine Leitmarke auf die sich anschließende "Kunstmeile" hinweisen.

Spielraum Damit ist die eigentliche Betonplatte als Überdeckelung der Autobahn gemeint. Dieser Bereich soll flexibel genutzt und daher im Wesentlichen frei bleiben. "Hier wird nichts zugestellt und zugemüllt", sagte Tum. Außengastronomie könnte an den Rändern angesiedelt werden. "Gespielt" werden könnte hier mit neuen Medien — entweder in den Boden integriert oder auch in die Höhe. Das Ganze soll sowohl interaktiv und informativ sein, möglicherweise aber auch spielerisch-unternhaltsam. "Der Bezug zu neuen Medien verdeutlicht, dass wir es hier mit einem neuen, modernen Platz zu tun haben, der nichts mit den klassischen Bahnhofsplätzen in anderen Städten gemein hat", erklärte Dr. Harald Kegler, der als Moderator des öffentlichen Gestaltungsverfahrens fungiert. Der Spielraum bietet auch Freiraum für größere Veranstaltungen.

Verknüpfung Im nördlichen Teil oberhalb der Platte soll die Straßenführung verändert werden. Der Verkehr soll künftig im nördlichen Bereich fließen, der Fußgängerweg soll ausschließlich entlang der Platte verlaufen. Allerdings müssten Autos und Busse dann dort entlang, wo heute noch das im Volksmund "Mausoleum" genannte Pavillon liegt, der früher zur DMG gehörte und inzwischen von Schauinsland genutzt wird.

(RP/ac)