Zahl der jugendlichen Komasäufer in Duisburg stagniert auf hohem Niveau

Jugendliche und Alkohol : Zahl der jugendlichen Komasäufer stagniert auf hohem Niveau

Zuletzt haben aber auch Mädchen in Duisburg verstärkt zur Flasche gegriffen.

Noch immer gibt es auch in Duisburg viele Kinder und Jugendliche, die mit einer akuten Alkoholvergiftung im Krankenhaus landen. Die jüngsten Zahlen aus der Statistik für das Jahr 2017 zeigen: 95 Kinder und Jugendliche zwischen zehn und 20 Jahren landeten als Komasäufer im Krankenhaus, darunter zehn im Alter zwischen zehn und 15 Jahren. Das teilte jetzt die Krankenkasse DAK Gesundheit mit. Im Jahr davor waren es noch 97 Jugendliche (elf im Alter bis 15 Jahre) gewesen.

Dabei greifen zunehmend auch Mädchen zur Flasche: Waren es 2016 noch 37 weibliche Jugendliche gewesen, die mit einer Alkoholvergiftung eingeliefert wurden, waren es 2017 bereits 45, also acht mehr. Bei den Jungen ging die Zahl von 60 auf 50 zurück, so dass sich der Geschlechterabstand deutlich verringert hat. Alexander Ochtrop von der DAK sieht das als ernstes Problem an: „Die Dunkelziffer dürfte noch weit größer sein, denn nicht jeder volltrunkene Jugendliche landet schließlich auch im Krankenhaus.“ Deshalb arbeiten die Krankenkassen mit unterschiedlichen Präventionsmaßnahmen auch direkt mit den Schulen zusammen. So hatte kürzlich erst das Albert-Einstein-Gymnasium in Rumeln-Kaldenhausen an dem Projekt „Hackedicht“-Tour mit einem Auftritt des Schauspielers Eisi Gulp in Zusammenarbeit mit der AOK teilgenommen.

Die Statistik verzeichnet für 2017 in ganz NRW 4924 jugendliche Komasäufer, darunter 568 bis zu einem Alter von 15 Jahren. Im Städtevergleich liegt Duisburg mit 95 im oberen Drittel. Spitzenreiter war hier Köln (169) vor Dortmund mit 166 Komasäufern. Düsseldorf (124), Essen (103), Bonn (106) und Wuppertal (100) bringen es ebenfalls auf dreistellige Werte, während Duisburgs Nachbarstädte Krefeld (41), Oberhausen (31) und Mülheim (29) auf wesentlich geringere Zahlen kommen. Die Zahl der alkoholvergifteten Jugendlichen mit Krankenhausaufenthalt lag im Kreis Wesel bei 139 und im Kreis Kleve bei 119.

Die DAK setzt ihre Kampagne „bunt statt blau – Kunst gegen Komasaufen“ auch in Duisburg fort. Dabei geht es darum, auf Plakaten kreative Botschaften gegen das Rauschtrinken zu entwerfen. Mehr im Netz unter www.dak.de/buntstattblau.

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