Duisburg: Wunderbare Fußballwelt auf der Bühne

Duisburg: Wunderbare Fußballwelt auf der Bühne

Arnd Zeigler ist mutig. Der aus dem WDR-Fernsehen bekannte Moderator ("Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs") geht seit einigen Wochen ganz gezielt "dahin, wo es wehtut". Am Mittwoch war er mit der Bühnenversion seiner beliebten Fußball-Kultsendung im Huckinger Steinhof zu Gast.

Und Zeiglers Mut wurde belohnt. Knapp 300 Besucher - zum Teil in ihren Fan-Trikots - hatten an der Show ihre helle Freude. Der Stadionsprecher von Werder Bremen wagt sich zum ersten Mal mit seinem Kuriositäten-Format aus der Welt des Fußballs in die Öffentlichkeit. Seine ganz spezielle Sicht auf "die schönste Nebensache der Welt" produziert er sonst nach jedem Bundesligaspieltag ohne großen Aufwand in seiner Bremer Wohnung.

Das macht er bereits seit 2007, wer seinen Spaß an urkomischen Spiel-Szenen und schrägen Typen hat, brauchte allerdings früher am Sonntagabend viel Geduld. Die "wunderbare Welt des Fußballs" war viele Jahre lang als Late-Night-Show eher ein Geheimtipp für Insider. Jetzt kann man fußballerische Slapstick-Einlagen, Nostalgisches, Kurioses und bizarre Interviews bereits sonntags ab 22.15 Uhr direkt nach der Zusammenfassung der Bundesliga-Sonntagsspiele sehen.

Der Auftritt in Duisburg war erst der dritte seiner gerade erst gestarteten Tour. Gerade deshalb sucht der 52-Jährige nach dem Programm den Kontakt zu seinen Fans. Die Resonanz auf sein mehr als zweistündiges Programm ist ihm wichtig. "War das alles vielleicht zu lang?" fragt er zweifelnd in die Runde. Die Antwort dürfte ihn beruhigen: "War klasse, hätte ruhig noch mehr sein können."

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Zeiglers Fußballwelt lebt nicht zuletzt von klammheimlicher Schadenfreude. Die Einspieler mit kaum zu glaubenden Fehlleistungen auf dem Platz sorgten auch im Steinhof für Lachsalven. Es wirkt aber auch zu komisch, wenn Torhüter sich nach einem abgewehrten Elfmeter bereits feiern lassen, ohne zu bemerken, dass der Ball danach noch einen unglaublichen Drall entwickelt und so doch noch den Weg ins Tor findet. Kaum zu glauben ist auch, dass auch ein Superstar wie Christiano Ronaldo es schafft, einen Ball einen halben Meter vor der Torlinie noch über den Querbalken zu hauen.

Von offensichtlich hohem Unterhaltungswert ist auch die Szene, die Charly Neumanns (Ex- Teambetreuer von Schalke 04) vergeblichen Versuch dokumentiert, während eines Interviews sein Gebiss bei sich zu behalten. In der Fernsehfassung lässt Zeigler auch jeweils das "Kacktor des Monats" wählen. Da hat ja gerade Mark Flekken, der Torwart des MSV Duisburg, einen weltweit beachteten Beitrag geleistet. Die Szene, als er sich im Spiel gegen Ingolstadt nach einem vermeintlichen Tor des MSV in aller Ruhe um seine Trinkflasche kümmerte und nicht bemerkte, dass das Spiel längst weiterlief - die Ingolstädter kamen so ungehindert zum Torerfolg - durfte natürlich nicht fehlen. Für Lokalkolorit sorgte auch MSV-Legende Joachim Hopp, der mit Arnd Zeigler über alte Zeiten plauderte, als "Hoppi" noch als junger Profi bei Thyssen am Hochofen arbeitete und schon mal Schichten nachholen musste, die er wegen des Fußballs versäumte. Solche Typen gefallen dem Fußball-Romantiker Zeigler genauso gut wie den Fans. Für Sätze wie "Ich arbeite jetzt als Verkehrstechniker, der liebe Gott hat mir zwei Arme und Hände gegeben, das passt schon alles" gibt es in der Arbeiterstadt Duisburg viel Beifall vom Publikum.

(RP)