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Duisburg: Wohnbebauung im Süden als Zankapfel

Duisburg : Wohnbebauung im Süden als Zankapfel

Geht es nach dem Entwicklungskonzept "Duisburg2027", sollen in Rahm und Großenbaum auf rund 40 Hektar neue Wohnhäuser entstehen. Damit sind viele Bewohner im Duisburger Süden nicht einverstanden.

Die Rahmer und Großenbaumer Bürger können sich über mangelnde Informationen im Zusammenhang mit dem stadtplanerischen Entwicklungskonzept, bekannt unter dem Namen "Duisburg2027", nun wirklich nicht beschweren. Im November des vergangenen Jahres gab es zu diesem Thema eine Informationsveranstaltung des örtlichen Bürgervereins, am 1. Februar wird Hendrik Trappmann vom städtischen Planungsdezernat das "Teilräumliche Strategiekonzept" anlässlich des Neujahrsempfangs der Großenbaumer SPD erläutern, und am Donnerstag hatte die Süd-CDU ebenfalls zu einer Diskussion rund um das Thema "Zukünftiges Wohnen und Arbeiten in Duisburg" eingeladen.

Stadtplaner und "Duisburg2027"-Projektleiter Arne Lorz erläuterte im Pfarrzentrum der St. Franziskusgemeinde vor zahlreich erschienenen Gästen die planerischen Vorstellungen der Stadtentwickler und stellte dabei speziell die Konzepte für den Duisburger Süden in den Mittelpunkt. Eigentlich sollte das stadtplanerische Strategie-Papier, das nach einer breit angelegten Beteiligung der Öffentlichkeit nun in seiner endgültigen Fassung vorliegt, schon längst den Rat passiert und seit Ende November 2014 auf den politischen Weg gebracht worden sein.

"Bei der Menge an Informationen war der Termin einfach nicht zu halten. Da ist für den Rat noch viel durchzuarbeiten und zu bewerten", erläuterte Thomas Susen, planungspolitischer Sprecher der CDU-Fraktion den Grund für die Verzögerung. Der Ratsbeschluss wird nun im Frühjahr erwartet. Arne Lorz machte deutlich, dass das vorliegende Strategie-Konzept - wie oft falsch dargestellt - noch kein neuer Flächennutzungsplan sei. Der kann aus dem Entwurf der Stadtplaner erst nach dem rechtlich wirksamen Ratsbeschluss auf den politischen Weg gebracht werden. Lorz stellte heraus, dass es für die zukünftige Entwicklung der Stadt unerlässlich sei, auch attraktive Wohngebiete für junge und einkommensstärkere Familien anzubieten.

Da sei der Duisburger Süden mit seiner hohen Wohnqualität schon eine "sehr gute und nachgefragte Adresse". Lorz betonte, dass man bei der Planung bewusst Ressourcen schonend bei der Ausweisung neuer Wohngebiete vorgegangen sei. Auch wenn zum größten Teil auf Flächen in bereits vorhandenen Wohn-Arealen zurückgegriffen werden soll, komme man nicht umhin, auch auf bestehende Freiflächen - zum Teil auch im Landschaftsschutzgebiet - zurückzugreifen. Das sei für Großenbaum und Rahm in einer Größenordnung von 40 Hektar vorgesehen.

Das Thema "Wohnbebauung" stand in der anschließenden Diskussion wie erwartet im Mittelpunkt. Ex-Ratsherr Jürgen Quensell kritisierte massiv den Vorschlag, in dem vorgeschlagenen neuen Baugebiet "Am Rahmerbuschfeld" entgegen der ursprünglichen Planungen statt großflächiger Grundstücke mit entsprechend weniger Wohneinheiten nun kleinere Grundstücke für immerhin rund 80 neue Eigenheime bereitzustellen. "Wir wollen kein neues Rahm-West", machte Quensell deutlich und fand damit breite Zustimmung.

Volker Persch passte die ganze Richtung der so angeregten Diskussion nicht: "Das kann doch nicht sein, dass wir nach dem Motto "Hauptsache, wir wohnen hier" gesamtstädtische Belange komplett ignorieren und uns gegen eine erweiterte Bebauung sperren."

(RP)