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Duisburg: Wo die Nachbarschaft bestens klappt

Duisburg : Wo die Nachbarschaft bestens klappt

Am Röttgenweg steigt am 15. und 16. August wieder das traditionelle Siedlerfest. Die ersten Häuser stehen seit dem Jahr 1934 im Rheinhauser Ortsteil Asterlagen.

Es ist inzwischen 81 Jahre her, dass die damalige Stadt Rheinhausen Grundstücke in Asterlagen des Landwirts Johann Terlinden erwarb, um dort Siedlungshäuser entstehen zu lassen. Von der Winkelhauser Straße (damals Hindenburgstraße) ging und geht der Röttgenweg ab. Hier wurden 1934 die ersten sechs Häuser gebaut, vier Jahre später kamen weitere elf Doppelhäuser und fünf Einzelhäuser hinzu.

Was damals wie heute bestens funktioniert, ist das nachbarschaftliche Zusammenleben. Brachen die Siedler etwa in den 1960er Jahren zu gemeinsamen Ausflügen unter anderem nach Essen auf, so haben sich bis heute gleich zwei Veranstaltungen fest etabliert. So kramen die Hausbesitzer regelmäßig Trödel hervor, um diesen beim großen Garagentrödel an den Mann oder die Frau zu bringen. Bei der vergangenen Auflage des Trödels am 14. Mai war den Röttgenweglern allerdings der Wettergott alles andere als gewogen, Wind und Regen vermiesten so manches Geschäft.

Ein Blick in die Historie, die der Heimathistoriker und Röttgenweg-Bewohner Klaus Sefzig unter anderem auf einer Homepage aufgeschrieben hat (www.roettgenweg.de): Beim Bau der Häuser wurde so manche Vorgabe gemacht. Jedes Siedlerhaus bestand aus Wirtschaftsraum, Küche, Wohnzimmer, Elternschlafzimmer und Kinderschlafzimmer. An Zubehör wiesen die Siedlerstellen dann noch zwei Kellerräume auf sowie einen Kleintierstall für Schweine, Ziegen oder Schafe. Die Fläche, die jedem Siedler an Nutzland zur Verfügung stand, betrug rund 800 Quadratmeter. Klaus Sefzig: "Der Preis einer Siedlerstelle durfte nach dem Gesetz 7000 Reichsmark nicht übersteigen. Für die Belastung war als Höchstgrenze im Monat 35 Reichsmark festgesetzt. Zu dieser Zeit verdiente ein Bergmann um 500 Reichsmark im Monat." Bereits im Jahr 1940 waren die Siedlerstellen in privaten Besitz übergegangen. So manchen An- und Umbau haben die Häuschen bis heute erfahren, nahezu keines gleicht mehr dem andern. Das Siedlerfest (15. und 16. August) startet am Samstag um 15 Uhr mit dem Krachumzug durch die Siedlung. Danach sind für die Kinder Spiele vorgesehen. Der Sonntag beginnt um 11 Uhr mit einem Frühschoppen, bis in den frühen Abend hinein soll Musik erklingen. Freibier gibt's von 11 bis 12 Uhr, um 13 Uhr öffnet das Straßencafé mit Kaffee und Kuchen.

Kontakt: Telefon 0170 5148498, E-Mail: info@roettgenweg.de

(RP)