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Interview mit Gebag-Chef Bernd Wortmeyer: "Wir machen nur das, was wir gut können"

Interview mit Gebag-Chef Bernd Wortmeyer : "Wir machen nur das, was wir gut können"

Herr Wortmeyer, Sie sind der "Neue" bei der GEBAG. Geben Sie uns doch einen kurzen Einblick in

Herr Wortmeyer, Sie sind der "Neue" bei der GEBAG. Geben Sie uns doch einen kurzen Einblick in

Ihre Vita, damit wir wissen, wer vor uns steht.

Wortmeyer 44 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder. Gesamtes Berufsleben in der Wohnungswirtschaft verbracht: Ausbildung zum Kaufmann in der Grundstücks- und Wohnungswirtschaft - heute Immobilienkaufmann - bis zum Leiter des Rechnungswesens. Danach: zwölf Jahre in der Geschäftsleitung, als "zweiter Mann" bei DOGEWO21 (kommunales Wohnungsunternehmen der Stadt Dortmund). Dort die erfolgreiche strategische Neuaufstellung des Unternehmens begleitet.

Was verbinden Sie mit dem (Wirtschafts-)Standort Duisburg?

WortMeyer Perspektive: Duisburg befindet sich mitten im Wandel. Dazu ist und wird ein breites Instrumentarium wie Duisburg 2027 schon entwickelt und wird laufend und konsequent weiter entwickelt. Ein spannender Prozess. Duisburg arbeitet am Imagewandel. Meinen persönlichen Imagewandel habe ich bereits vollzogen: Duisburg ist eine faszinierende Stadt: Grün, urban, vielfältig, traditionsreich industriell verbunden, mit perfekter Infrastruktur dafür und für Freizeitgestaltung, viele engagierte Menschen.

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Was reizt Sie an Ihrer neuen Aufgabe besonders?

Wortmeyer Diesen Duisburger Wandel rund um das Thema "Wohnen" mit gestalten zu können. Auch wenn es sich sehr abgegriffen anhört: die Herausforderung, ein Unternehmen mit erheblichen Schwierigkeiten nach vorne bringen zu können und gemeinsam mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern völlig neu aufzustellen.

In der Vergangenheit gab es die eine oder andere Baustelle bei der GEBAG, Stichwort "Küppersmühle". Wie ist der Status quo?

Wortmeyer Der endgültige Abschluss dieser "Baustellen" wird leider immer noch einige Zeit und einige Bearbeitungskapazität in Anspruch nehmen. Entscheidend ist aber heute, dass die "Baustellen" bilanziell verarbeitet und abgeschlossen sind. Ich kann und will also jetzt von den alten "Baustellen" unbeeinflusst an der Zukunft von GEBAG arbeiten und stehe für einen Neubeginn.

Welche Herausforderungen gehen Sie als erstes an, wo werden Sie Schwerpunkte in Ihrer Arbeit setzen?

Wortmeyer Die GEBAG wird sich nun wieder auf das Kerngeschäft konzentrieren: die nachhaltige Bewirtschaftung ihrer rund 12 000 Wohnungen und die Begleitung der Stadtentwicklung im Rahmen von Duisburg 2027 zum Thema Wohnen/Leben. Der viel zu hohe Leerstand ist zu einem großen Teil nicht strukturell bedingt, sondern ausschließlich dem Zustand der Wohnungen und Gebäude geschuldet. Hier will ich ansetzen und die Standorte der GEBAG zukunftssicher entwickeln. Bei diesen Standortkonzepten berücksichtigen wir Zukunftsfähige Wohnqualitäten im Hinblick auf Grundrisse, Wohnungsgrößen, Balkone, moderne Bäder, optisch ansprechende Gebäuden und Wohnumfelder für ein "Zuhause-Gefühl". Den demografischen Wandel (Abbau von Barrieren, Serviceangebote rund ums Wohnen, aber auch: Rückbau, den Klimawandel (Maßnahmen zur Verbesserung der Energieeffizienz - aber mit Augenmaß!), den gesellschaftlichen Wandel (verschiedene Maßnahmen zur Unterstützung eines, das nachbarschaftliche Miteinanders verschiedener Lebensformen und Kulturen,soziale Aspekte (bezahlbares Wohnen mit guten Qualitätsstandards). Wir werden also in unsere Bestände investieren - das werden wir klug, weil planmäßig, zum Beispiel mit internen und externen Portfolio- und Marktanalysen tun. Wir werden auch unsere Finanzierungspartner von den Zukunftskonzepten überzeugen und außerdem vermehrt die Wohnbaufördermittel des Landes NRW in Anspruch nehmen.

Stichwort Stadtentwicklung?

Wortmeyer Im Bereich der Stadtentwicklung setzen wir unser Know-how ein und entwickeln Wohnbauflächen für eine zukunftsfähige Wohnnutzung. Dazu gehört auch unser eigenes Bauträgergeschäft, mit dem wir "alte" Duisburger mit Eigentum an Duisburg binden und "neue" Duisburger durch attraktive Angebote gewinnen wollen. Das Engagement der GEBAG hat dabei Pilotcharakter, wir werden Bündnisse und Kooperationen gründen und moderieren.

Wo sehen Sie die GEBAG in fünf, wo in zehn Jahren?

Wortmeyer Die beschriebene Neuausrichtung braucht Zeit, die Frage nach zehn Jahren beschreibt also tatsächlich den erforderlichen Zeitraum für die Veränderungen. In zehn Jahren ist die GEBAG ein verlässlicher Partner für alle Themen rund ums Wohnen: für die Stadt Duisburg, für die Mieterinnen und Mieter.

Welche Handschrift, welches Prägung wollen Sie der GEBAG geben?

Wortmeyer Wir arbeiten Wohnungswirtschaftlich orientiert, sozial, ökologisch und vor allem wirtschaftlich. Wir verstehen uns als ein kommunales Unternehmen für Duisburg und für die Duisburger. Wir machen nur das, was wir gut können: unser Kerngeschäft.

Berichten Sie uns doch bitte über die aktuellen und künftigen konkreten Projekte der GEBAG.

Wortmeyer Wir identifizieren Standorte mit Handlungsbedarf. Ein schon sehr konkretes Projekt findet in Rheinhausen statt, der Abriss eines leeren Hochhauses, das städtebaulich nicht erhaltenswert ist und von der Bausubstanz her nicht wirtschaftlich wieder hergerichtet werden könnte. Es folgen: Neubau - überwiegend, aber nicht nur öffentlich gefördert - mit einer geringeren Anzahl von barrierefreien Wohnungen; Innovative Haustechnik, im Anschluss daran Modernisierung des gesamten Quartiers - gegebenenfalls ebenfalls Rückbau oberer Geschosse - teilweise Anbau von Aufzügen, energetische Sanierung, Wohnumfeldgestaltung, Nachbarschaftsangebote, zum Beispiel Urban Gardening. Eine weitere Quartiers-/Flächenentwicklung ist in Buchholz an der Füssener Straße geplant. Hier entstehen Eigentumswohnungen, Doppelhaushälften und innovative Bungalows zum Erwerb und neue Mietwohnungen. Ein konkretes Beispiele für Flächenentwicklungen sind außerdem der Wohnpark Neuenhof und das Wohnprojekt Reitbahn.

(RP)