Wieder Klagen über das Gewerbezentrum in Duisburg-Homberg

Homberg/Baerl : Wieder Klagen über das Gewerbezentrum

Bake wurde abgefahren – Lkw können jetzt wieder ungehindert von der Rheinpreußenstraße ins Wohngebiet kurven.

Mehr Lkw als gewöhnlich registrieren Anwohner des neuen Gewerbegebiets Rheinpreußenstraße. Darauf weisen die Hornitexter hin. Anrainer hätten sich bei der Bürgerinitiative über ein erhöhtes Fahrzeugaufkommen rund um die Produktionshallen beklagt. Der Grund: Die Bake, die das Abbiegen der Lkw vom Gewerbegelände nach rechts in die Ortschaft hinein verhindern soll, wurde vor rund einem Monat abgefahren und bisher nicht ersetzt, wie Kirsten König als Sprecherin der Initiative feststellt. Dadurch würden Sattelzüge und andere dicke Brummis nicht mehr direkt zur A-42-Auffahrt umgeleitet, sondern kurvten wieder durch die Wohnstraßen. Außerdem sei die Ampel, die den zu- und abfließenden Verkehr regeln soll, außer Betrieb.

Um Lkw vom Gewerbegebiet auf die Autobahn zu leiten, habe der Betreiber des Gewerbegebiets auf seiner Fläche eigens getrennte Fahrspuren errichtet, reagiert ein Sprecher der Verwaltung auf Anfrage dieser Zeitung.

Die nach Homberg abbiegende Spur wurde durch eine Höhenbegrenzung für schwere Laster unpassierbar gemacht. Diese Begrenzung oder Bake sei in der Tat durch ein Fahrzeug zerstört worden. Der Betreiber des Gewerbegebiets habe jedoch zugesichert, sie zu ersetzen - und zwar durch ein „deutlich robusteres“ Modell.

Aber die Hornitexter klagen noch über ein weiteres Problem. In den Auflagen des zweiten Bauabschnitts sei die Genehmigung an die Einrichtung von Sozialräumen für Lkw-Fahrer geknüpft worden, so Kirsten König. Diese seien nun aber offenkundig nicht vorhanden: Auf dem Firmengelände und im Umfeld, etwa an der angrenzenden Kohlenstraße, stünden Lkw, in denen Fahrer sogar übernachteten. Dort würde auch auf „abenteuerliche Weise“ Essen gekocht und Wäsche getrocknet. Aber nicht nur auf den umliegenden Straßen, sondern auch auf dem Gelände selbst sammelte sich Abfall an.

Die Baugenehmigung für das Gewerbegebiet habe keinerlei Auflagen zur Einrichtung von Sanitär- oder Sozialräumen für Lkw-Fahrer beinhaltet, lässt die Verwaltung widersprechen. Und: Falls solche vorgeschrieben würden, falle dies in den Bereich des Arbeitsschutzes und obliege der Kontrolle der Bezirksregierung. Dennoch habe man die Situation vor Ort überprüft. Dabei „konnten weder parkende Lkw noch Müllansammlungen festgestellt werden.“ Der Stadt lägen außerdem auch keine Bürgerbeschwerden vor. Und: Sämtliche Ampeln seien in Betrieb.

(kui)
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