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Duisburg: Wie sich das Dorf Serm verändert hat

Duisburg : Wie sich das Dorf Serm verändert hat

"Damals in Serm" lautet der Titel eines Bildbandes, den Harald Molder und Christian Mack zusammengestellt haben. Mit dem druckfrischen Exemplar hat die RP sich auf Spurensuche begeben, um gestern und heute zu vergleichen.

Der kürzlich von Harald Molder und Christian Mack vorgestellte Bildband "Damals in Serm" regt geradezu an, anhand der zahlreichen alten Fotos zu überprüfen, ob irgendetwas aus dem Dorfbild vergangener Zeiten heute noch wieder zu erkennen ist. RP-Fotograf Andreas Probst ging mit dem druckfrischen Serm-Band in der Hand und den beiden Autoren als sachkundige Begleitung an einem trüben Oktobertag auf Entdeckungsreise durch das heutige Serm, um einige der alten, historischen Ansichten so einzufangen, wie sie sich heute präsentieren.

 Heute steht an dieser Stelle ein Mehrfamilienhaus. Nur die alte Kastanie ist erhalten geblieben.
Heute steht an dieser Stelle ein Mehrfamilienhaus. Nur die alte Kastanie ist erhalten geblieben. Foto: andreas probst

Der erste Weg führte zur Kirche Herz-Jesu. Im Bildband ist ein Foto aus dem Jahr 1929 zu sehen, das vom Kirchturm aus gemacht worden ist und die Dorfstraße im Winter zeigt. Um das gleiche Motiv zu finden, waren schon alpine Fähigkeiten gefragt. Nachdem Burkard Schifferings vom Kirchenvorstand die Tür zum Turmaufgang aufgeschlossen hatte, konnte der schwierige Aufstieg beginnen. Nach 32 Stufen auf der Wendeltreppe warteten noch mal weiter 36 Stufen, die auf nicht gerade ungefährlich wirkenden steilen Leiter-Aufstiegen bis in den Glockenstuhl der Sermer Dorfkirche führten.

 Dieses Foto der Dorfstraße wurde um Jahr 1955 aufgenommen. Parkende Autos gehörten damals noch nicht zum Straßenbild.
Dieses Foto der Dorfstraße wurde um Jahr 1955 aufgenommen. Parkende Autos gehörten damals noch nicht zum Straßenbild. Foto: Probst, Andreas
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Aber damit nicht genug. Um das entsprechende Foto aus dem Bildband nach zu stellen, musste Andreas Probst noch durch eine Dachluke kriechen, um hoch über den Dächern von Serm endlich das richtige Motiv vor der Linse zu haben. Auch wenn sich das Dorfbild stark verändert hat, sind auf dem aktuellen Foto noch der Bastenhof und der Eickhof (auf der rechten Seite der Dorfstraße) und das Gebäude der Gaststätte "Zu den drei Linden" (links) zu erkennen.

 Von 1955 übrig geblieben ist das inzwischen weiß verklinkerte Haus auf der linken Straßenseite.
Von 1955 übrig geblieben ist das inzwischen weiß verklinkerte Haus auf der linken Straßenseite. Foto: Probst, Andreas

Klar, dass Autor Christian Mack zurzeit nicht mehr unbehelligt über die Dorfstraße gehen kann. Auf dem Weg zum nächsten Standort wurde er vom Sermer Karl-Peter Cremers nicht ganz ernstzunehmend "angepflaumt". "Dat stimmt aber nich, watte da geschrieben has", wurde sofort die Diskussion über das neue Sermer Heimatbuch eröffnet. "Klären wir noch", meinte Mack nur. Denn er hatte anderes zu tun, nämlich sich dem nächsten Fotomotiv zuzuwenden. Dort, wo der frühere "Falkenhof" das Straßenbild dominierte (Foto aus dem Jahr 1955), sieht man jetzt immerhin noch das inzwischen weiß verklinkerte und modernisierte Wohnhaus.

Nicht weit vom ehemaligen Falkenhof entfernt, befindet sich der "Bürgershof". Das Buch zeigt eine Aufnahme aus dem Jahr 1929. Auf dem aktuellen Foto ist auch heute noch gut das imposante, zum Bürgershof gehörende Fachwerk-Wohngebäude aus dem Jahr 1784 zu erkennen.

Die Dorfszene, die im Buch auf Seite 159 zu sehen ist, gibt es heute nicht mehr. Die Gebäude an der Dorfstraße, die im Jahr 1941 aufgenommen worden sind, sind längst einem Wohnhaus gewichen, das in den 60er-Jahren errichtet worden ist.

Der Anblick der alten Fachwerkscheune des Brengershofs gehört ebenfalls der Vergangenheit an. Die Scheune wurde Mitte der 60er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts abgerissen. Heute steht an der Stelle ein Mehrfamilienhaus. Nur die alte Kastanie steht nach wie vor an ihrem Platz. Sie hat die Modernisierungen rund um sich herum bisher unbeschadet überstanden.

(RP/rl)