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Sommerjobs: Wie ist es als Rettungsschwimmer im Freibad zu arbeiten?

Sommerjobs : Wie ist es als Rettungsschwimmer im Freibad zu arbeiten?

Philipp Bogatz war 15 Jahre Rettungsschwimmer. Der Fachwart des Freibads am Wolfsee erzählt, was den Job ausmacht.

Im Sommer im Freibad arbeiten, für Philipp Bogatz war das schon als 18 jähriger Schüler der perfekte Nebenjob. Der junge Mann aus Rheinhausen, arbeitete insgesamt 15 Jahre, jeden Sommer im Freibad Wolfsee in Wedau als Rettungsschwimmer. Einen extreme Notsituation hat er in der ganzen Zeit zum Glück nicht erleben müssen. „Die meiste Zeit ist man Ansprechpartner bei Beschwerden oder man versorgt kleinere Verletzungen, wie ein aufgeschürftes Knie.

Auf die leichte Schulter darf man den Job aber trotzdem nicht nehmen.“ Immer wieder muss der Rettungsschwimmer am Ufer aufpassen, dass besonders Eltern mit kleinen Kindern gut auf ihren Nachwuchs Acht geben. „Kinder mit Schwimmflügeln dürfen grundsätzlich nicht in den Schwimmerbereich“, sagt Bogatz. „Selbst wenn sie auf dem Rücken ihrer Eltern sitzen, müssen sie in dem abgetrennten Bereich bleiben.“ Denn auch wenn Bogatz selbst als Rettungsschwimmer nur selten wirklich ins Wasser musste, mit einem guten Auge lassen sich viele Situationen entschärfen, bevor es wirklich gefährlich werden kann. Aber auch für den Ernstfall müssen die Retter jederzeit bereit sein.

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Um überhaupt als Rettungsschwimmer arbeiten zu können muss jeder Anwärter das Rettungsschwimmerabzeichen ablegen. Zwei Prüfungen muss man absolvieren, eine praktische und eine theoretische. Hat man die Prüfung einmal bestanden muss man sie alle zwei Jahre erneuern um weiterhin zugelassen zu sein. Der Schwimmclub DJK Poseidon, der neben dem Freibad Wolfsee auch das Hallenbad in Neumühl betreibt, bildet seit mehreren Jahren seine eigenen Rettungsschwimmer aus. „Um hier im Freibad arbeiten zu können braucht man mindestens das silberne Rettungsschwimmerabzeichen“, erklärt Bogatz. „Um das zu erreichen musst du zum Beispiel 300 Meter in deiner Kleidung schwimmen und darfst nicht länger als 12 Minuten brauchen.“ Natürlich gehört auch eine Ausbildung in erster Hilfe dazu und die Schulung darin, wie man einen in Panik geratenen Menschen sicher aus dem Wasser bergen kann. „Das ist garnicht so leicht, denn jemand der ängstlich versucht an der Oberfläche zu bleiben tritt und schlägt schon mal um sich“, sagt Bogatz.

Im DJK ist Bogatz bereits seit er ein Kind war. „Mein Vater hat hier bereits Wasserball gespielt und so hab ich damit auch irgendwann angefangen“, erzählt er lachend. Später kam dann die Rettungsschwimmerausbildung und die erste Schicht im Freibad hinzu. „Den Gästen hier helfen zu können, und sei es nur die Liege zum Platz zu tragen oder die freundliche Antwort auf eine Frage ist ein super Gefühl“, sagt Bogatz. „Die meisten Gäste waren immer sehr dankbar für unsere Hilfe und freuen sich wenn man freundlich mit ihnen spricht. Schließlich soll sich hier jeder sicher und wohlfühlen können.“

Mittlerweile kann Bogatz seiner Rettungsschwimmertätigkeit nicht mehr nachgehen. Der Rheinhausener legt im Moment sein Referendariat an einer Schule in Meerbusch ab, viel Zeit bleibt da nicht. Nichtsdestotrotz ist er weiterhin im Freibad Wolfsee aktiv. „Als Fachwart bin ich zwei Mal in der Woche hier und gehe meinen Kollegen zur Hand. Ich könnte mir aber auch vorstellen nochmal als Rettungsschwimmer hier auszuhelfen. “ Dabei würde er auch wieder die Nachteile in Kauf nehmen. „Schließlich musst du am häufigsten Arbeiten wenn es warm und sonnig ist und du am liebsten selbst etwas mit Freunden und Familie unternehmen möchtest“, so Bogatz. „Mir machte das früher aber nie etwas aus, man kann sich ja auch abends verabreden. Außerdem genieße ich es an der frischen Luft und in der Sonne zu sein.“

Allerdings ist auch der schönste Sommer irgendwann zu Ende, und mit ihm enden auch die meisten Nebenjobs im DJK, besonders natürlich im Freibad. „Das ist leider so, dass man sich über den Winter etwas anderes suchen muss. Im Sommer werden dafür umso mehr gebraucht“, so Bogatz. An besonders guten Wochenenden sind bis zu zehn Rettungsschwimmer gleichzeitig vor Ort. „Es ist sehr schwierig vorher genau zu bestimmen wie voll es werden kann, deswegen benötigen wir viele Leute, die auch spontan bereit sind das Team zu ergänzen“, erklärt Bogatz. In diesem Jahr kann sich das Freibad über gute Besucherzahlen freuen, dementsprechend viele Rettungsschwimmer werden benötigt.

Die Badegäste werden das sicher gerne hören. Sie können sich umso entspannter in der Sonne fläzen und ins kühle Nass springen.