Werner von Häfen bei Thyssenkrupp in den Ruhestand verabschiedet

Engagierter Betriebsrat geht in Rente : Thyssenkrupp-Süd verabschiedet Werner von Häfen

Kollegen und Weggefährten verabschiedeten Werner von Häfen, den Vorsitzenden des Betriebsrates von Thyssenkrupp-Süd.

Markanter Schnauzbart, Schutzhelm und eine Sprache ohne Schnörkel – so kennt man seit einem Vierteljahrhundert Werner von Häfen bei öffentlichen Auftritten wie Demonstrationen oder Arbeitskämpfen. Jetzt geht der langjährige Vorsitzende des Betriebsrates von Thyssenkrupp-Süd in den Ruhestand. Am Freitag verabschiedeten ihn Kollegen und Weggefährten im Vereinshaus der Wanheimer Kanugilde. Seit 1984 war von Häfen im Betriebsrat des Grobblechstandortes in Hüttenheim, 25 Jahre stand er an der Spitze der Arbeitnehmervertretung, und dienstältester Mitarbeiter von Thyssenkrupp Steel war der engagierte Gewerkschafter auch, der 1994 seine Lehre als Walzwerker bei der ehemaligen Mannesmann-Hütte begonnen hatte.

Dass er erst als 69-Jähriger in Rente gehen konnte und wollte, war auch seinem intensiven und unermüdlichen Einsatz für die Zukunftssicherung des Stahlstandortes im Duisburger Süden geschuldet. Seit rund zwei Jahrzehnten mahnte er immer wieder aus Arbeitnehmersicht dringend erforderliche Investitionen an und ließ nie locker, die Unternehmensführung auf die Chancen „seines“ Werkes hinzuweisen, wenn entsprechend Geld bewilligt würde.

„Werner war immer ganz nah an seiner Belegschaft“, lobt Dieter Lieske, Bevollmächtigter der Duisburger IG Metall, den Langzeitbetriebsratschef. Und die Belegschaft wusste dessen Einsatz zu würdigen: Bei jeder Wahl bekam von Häfen die Stimmenmehrheit, und mit einem gewerkschaftlichen Organisationsgrad von über 99 Prozent rangiert Thyssenkrupp-Süd auf IG Metall-Rekordniveau. „Einen Werner von Häfen, der still sitzt, kann ich mir nicht vorstellen“, so Lieske. Aber der frischgebackene Ex-Betriebsrat ist ja auch noch SPD-Ratsmitglied und bei der Kanu-Gilde aktiv.

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