Duisburg: Wer zu schwer ist, darf nicht rüber

Duisburg: Wer zu schwer ist, darf nicht rüber

An der A40-Ausfahrt Homberg laufen die Arbeiten für den Bau einer sogenannten "Vereinzelungsanlage". Ab Anfang 2019 sollen alle Fahrzeuge gewogen werden.

Wer mit seinem Kraftfahrzeug in Homberg auf die A40 fährt, sieht in Fahrtrichtung Essen zwei Dinge: Erstens viel Asphalt und zweiten ein doch arg ausgedünntes Wäldchen. Beides ist unabhängig voneinander entstanden, soll aber laut Aussage der zuständigen Autobahnmeisterei und Autobahn-Niederlassung der Verkehrssicherheit dienen.

An der Autobahnauffahrt hat die Autobahnmeisterei großflächig Bäume gefällt. Foto: Ulla Michels

Auf der Asphaltfläche sollen ab Anfang kommenden Jahres kurzzeitig Lkw stehen, die nicht über die marode Brücke in Richtung Neuenkamp weiter fahren dürfen. Es entsteht eine sogenannte "Vereinzelungsanlage", die man sich laut Projektleiter Erdal Zorlu folgendermaßen vorzustellen hat: "Der Verkehr rollt zweispurig auf die Brücke zu, jedes Fahrzeug wird während der Fahrt anhand einer im Boden liegenden Schleife gewogen. Die Schranke senkt sich vor Fahrzeugen, die schwerer als 44 Tonnen sind. Diese Laster müssen dann die Autobahn verlassen."

Die Fläche an der Ausfahrt wurde für die herausfahrenden zu schweren Brummis von Gestrüpp befreit und asphaltiert. Hier soll dann auch rund um die Uhr Personal anwesend sein, heißt es von der Autobahn-Niederlassung.

Die gesamte Wiegeeinrichtung kostet laut Erdal Zorlu einen zweistelligen Millionenbetrag. Darin enthalten ist auch eine mehr oder weniger baugleiche Waage auf der Neuenkamper Seite der Autobahnbrücke. Hier sei man noch auf der Suche nach einer geeigneten Fläche. Das Ziel: Auch hier soll der Wiege-Betrieb bereits Anfang kommenden Jahres starten.

Zorlu geht davon aus, dass die Anlagen sechs bis sieben Jahre in Betrieb sein werden. Ist die neue Brücke Mitte kommenden Jahrzehnts dann planmäßig fertig, seien sämtliche Waagen an dieser Stelle überflüssig geworden. Das gesamte System könne man dann an anderer Stelle wieder aufbauen. "Das ist problemlos möglich, wenn die Technik dann noch auf dem neuesten Stand ist", so Zorlu.

Für die Fällung der Bäume im Bereich der Auffahrt, in den sogenannten "Ohren", zeichnet die Autobahnmeisterei Krefeld verantwortlich. Im Rahmen der Pflegearbeiten habe man das Waldstück deutlich ausgedünnt, heißt es. Es habe Beschwerden gegeben, Geäst sei auf den Rad- und Fußweg weg gewuchert, erklärt ein Mitarbeiter auf Anfrage der Redaktion.

Es handele sich schließlich um eine Autobahnauffahrt, und man sei im Sinne der Verkehrsteilnehmer tätig geworden. Bei der Autobahnmeisterei geht man davon aus, dass das Areal schnell wieder grün wird und man wohl erst in fünf Jahren wieder mit der Säge anrücken müsse.

(RP)