Serie Erste Hilfe hilft: Wenn Fremdkörper die Atemwege blockieren

Serie Erste Hilfe hilft : Wenn Fremdkörper die Atemwege blockieren

Wer hat sich nicht schon einmal verschluckt? Das kann passieren durch zu hastiges Essen, gleichzeitiges Sprechen oder Lachen oder einfaches Verschlucken eines Bonbons oder Kaugummis. Auch beim hastigen oder gierigen Essen ohne ausreichendes Kauen kann ein Speisebrocken steckenbleiben.

Sowohl Fremdkörper in der Luftröhre (Trachea) als auch in der Speiseröhre (Oesophagus) führen mitunter zu erheblicher Atemnot, weil die flexible Vorderwand der Speiseröhre so ausgedehnt werden kann, dass sie die Luftröhre einengt. Im Extremfall kommt es zu einer vollständigen Blockierung der Atemwege.

Bei Fremdkörpern in der Luftröhre tritt sofort ein starker Hustenreiz auf, und es sind pfeifende Atemgeräusche zu hören. In diesem Fall beugt der Ersthelfer den Oberkörper des Betroffenen (unter Umständen über eine Stuhllehne oder über das Knie des Helfers) nach vorn. Anschließend klopft ihm der Helfer mit der flachen Hand kräftig zwischen die Schulterblätter auf den Rücken.

Bei Fremdkörpern in der Speiseröhre klagt der Betroffene über Würgereiz, Schmerzen und Schluckbeschwerden. Die Gesichtsfarbe wird rot bis bläulich. Je nach Größe und Lage des Fremdkörpers tritt mehr oder weniger ausgeprägte Atemnot auf. Der Helfer muss den Patienten dazu veranlassen, bei sich selbst Erbrechen auszulösen, indem er mit einem Finger seine Rachenwand reizt. Bei Atemstillstand wird der Betroffene beatmet, denn meistens gelingt es noch, ausreichend viel Luft "am Fremdkörper vorbei" in seine Lunge zu pusten. Der früher verwendete "Heimlich-Handgriff" wird heute nicht mehr angewandt, da die Gefahr besteht, mit großer Wahrscheinlichkeit Leber- und Milzverletzungen hervorzurufen, die mitunter schwere innere Blutungen auslösen.

(gh)
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