Duisburg: Wenig Pflege auf Hochemmericher Friedhof

Duisburg : Wenig Pflege auf Hochemmericher Friedhof

Er sieht ein bisschen gespenstisch aus, der ehemalige Friedhof in Hochemmerich. Die Gräber sind nicht so fein voneinander getrennt, wie man es von Friedhöfen kennt. Die wenigen noch vorhandenen Grabsteine sind sehr alt, der eine oder andere ist umgekippt.

Ansonsten dominiert Wiese. Nach Angaben des Asterlager Heimathistorikers Klaus Sefzig wurde das Feld an der Moerser Straße/Ecke Asterlager Straße nach 130 Jahren seines Bestehens im Jahre 1952 stillgelegt: "Lediglich für Erbbegräbnisse gab es Sonderregelungen, die letzte Beerdigung fand statt am 11. November 1976."

"Die Mauer wird gemacht und um den Friedhof selbst kümmert man sich viel zu wenig", sagt eine Anwohnerin. Und berichtet von umgestürzten Grabsteinen und gestohlenen Metalltafeln. Nachfrage bei der Stadt: Wer ist für die Pflege des nicht mehr genutzten Friedhofs zuständig? "Die Wirtschaftsbetriebe Duisburg (WBD) kümmern sich im Auftrag des Amtes für Umwelt und Grün um die Pflege", schreibt Sprecherin Susanne Stölting. Nach einem Ratsbeschluss von 2008 sei der ehemalige Friedhof in Pflegeklasse 2-3 eingestuft. In Anpassung an die derzeitige Haushaltsituation beinhalte die Pflege maximal elf Rasenschnitte pro Jahr, zweimal Gehölzrandpflege sowie einmal Pflege der wassergebundenen Wegefläche. "Die Reinigung beziehungsweise Müllbeseitigung erfolgt nach Bedarf. Zusätzlich findet eine zweimalige Baumkontrolle und die sich daraus ergebenden Baumpflegemaßnahmen statt."

Meldungen über Diebstähle oder Vandalismus sind in den vergangenen Wochen und Monaten bei der Stadt und auch der Polizei laut eigener Aussage nicht eingegangen. Womöglich seien die Diebstähle auf dem Gelände bereits vor Jahren geschehen, heißt es vonseiten der Polizei.

Laut Stadt gibt es derzeit keine Bestrebungen, den Bereich als Bauland auszuweisen. Mit einer Umwidmung sei auch deshalb nicht zu rechnen, da die Grabsteine seit dem Jahr 1991 unter Denkmalschutz stehen. Stölting: "An der Dahlingstraße in Friemersheim sowie in Homberg an der Friedhofsallee, gibt es zwei weitere nicht mehr genutzte Friedhöfe". Im Schließungsprozess befinden sich laut Stadtverwaltung folgende Friedhöfe/Friedhofsteile: Der Friedhof Essenberg, der Ruhrorter Friedhof und der neue Teil des Ostackerfriedhofes in Beeck. Um die bevorstehende Schließung des Essenberger Friedhofs hatte es viele Diskussionen gegeben, eine Bürgerinitiative hatte sich gegründet.

Die will trotz des politischen Beschlusses weiter gegen das Aus der Anlage kämpfen. Dieser Schließungsprozess bewegt sich über mehrere Jahrzehnte. Neue Grabverkäufe finden hier nicht mehr statt, Beisetzungen in vorhandenen Gräbern laufen weiter.

Inzwischen ist auch die Summe bekannt, die die Stadt für die Sanierung von Mauer und Zuwegung des Hochemmericher Friedhofs aufwendet: Laut Stadt-Sprecherin Stölting kostet die Aktion etwa 38 000 Euro.

(RP)