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Duisburg: Autobahn und Innenstadt wieder frei: Weltkriegsbombe erfolgreich entschärft

Duisburg: Autobahn und Innenstadt wieder frei : Weltkriegsbombe erfolgreich entschärft

Der Blindgänger am Mercatorkreisel ist um 12.09 Uhr erfolgreich entschärft worden. Zuvor mussten weite Teile der Innenstadt sind evakuiert werden. Die Entschärfung hatte sich verzögert, da noch Menschen im Sicherheitsbereich unterwegs waren. Innenstadt, Autobahn und Hauptbahnhof sind freigegeben. Der Zugverkehr muss sich langsam auf den Fahrplan einpendeln.

Die amerikanische Zehn-Zentner-Bombe wurde bereits am Mittwoch in der Nähe des Hauptbahnhofs gefunden. Die Entschärfung der Fliegerbombe lähmt große Teile der Duisburger Innenstadt. 3261 Bewohner sind betroffen, der Hauptbahnhof und die A59 sind dafür gesperrt.

Passanten laufen durch Sicherheitszone

Um 12.09 war der Zünder gezogen, die Bombe entschärft. Die Autobahn 59 wurde wieder freigegeben, auch die Geschäfte in der City füllten sich. Der Bahnhof nahm wieder den Betrieb auf. 20 Fernverkehrszüge und 40 Nahverkehrszüge verzögerten sich oder fielen ganz aus, sagte ein Sprecher der Deutschen Bahn am Mittag: "Bis wir wieder ganz im Takt fahren, wird es noch einige Stunden dauern."

Zuvor hatte sich die Eavkuierung hatte sich verzögert. Mit mehr als einer halben Stunde Verspätung gibt es um 11.34 Uhr grünes Licht für die Sprengung. Nun machen sich die Experten vom Kampfmittelräumdienst ans Werk. Die Stadt Duisburg meldet um 11.15 Uhr, dass sich die Entschärfung der Bombe verzögert, da immer noch Menschen in der Sicherheitszone unterwegs sind. Auf der Facebook-Seite der Stadt Duisburg ärgern sich viele User über die Menschen, die die Absperrungen ignorieren. Viele der Leser regen an, solchen Unbelehrbaren ein Ordnungsgeld zu verpassen.

Die Evakuierung in der Duisburger Innenstadt läuft seit dem Morgen in vollem Umfang. Und dennoch gibt es zahlreiche Passanten, die nicht einsehen wollen, dass sie nicht mehr in die City dürfen. Viele Menschen diskutieren mit den Ordnungsamt-Mitarbeitern, die für die Sicherheitszone zuständig sind. Mit Flatterband wurden die Zugänge nun abgesperrt. Permanent werden Lautsprecherdurchsagen gemacht.

Die Bombe wird von einem routinierten Profi entschärftt: Sprengmeister Peter Gieseke war schon bei zahlreichen Entschärfungen in Duisburg und der Region dabei. Unter anderem war er für die kontrollierte Sprengung eines gefährlichen Säurezünders im November 2012 in Duisburg zuständig.

Bahngäste warten im Evakuierungsraum

Um kurz nach 10.30 Uhr sind alle Krankenstransporte im Gefahrenbereich durch das Deutsche Rote Kreuz abgeschlossen, meldet die Stadt. In die Sicherheitszone darf niemand mehr hinein. Im Evakuierungsraum, der Sporthalle des Mercatorgymnasiums, haben sich mehr mehr als 100 Menschen eingefunden. Darunter sind auch einige auswärtige Besucher, die von der Bombenentschärfung und der Evakuierung überrascht worden.

Denn auch der Hauptbahnhof ist davon betroffen. Die letzte Bahn ist um 9. 27 Uh abgefahren, die Bundespolizei ist um kurz vor zehn Uhr noch dabei, die letzten Fahrgäste aus dem Gebäude zu leiten. Alles läuft ruhig ab. In Duisburg sind die Menschen Bombenentschärfungen gewohnt. Nur ein paar auswärtige Fahrgäste sind irritiert und fragen, wann ihre Fahrt den fortgesetzt werden kann. Wann genau die Bahnen wieder den Betrieb aufnehmen, steht nicht fes. Es wird aber sein, sobald der Kampfmittelräumdienst grünes Licht gibt. Die Verkehsrgesellschaft informiert auch bei Facebook über den Stand.

Lautsprecherdurchsagen in den Innenstadt informieren die Passanten. An den vielen der geschlossenen Geschäfte hängen Zettel: "Wir öffen eine halbe Stunde nach der Bombenentschärfung", steht darauf. Auf der Autobahn 59 wird der Verkehr abgeleitet, hier greift die Sperrung ab zehn Uhr.

So laufen Evakuierung und Sperrung:

Rund 15.000 Hinweiszettel wurden im betroffenen Gebiet verteilt. Der Bereich im 500-Meter-Umkreis um die Fundstelle muss am Entschärfungstag bis 10 Uhr geräumt werden. In dem Bereich 500 Meter bis 1000 Meter um den Fundort ist aus Sicherheitsgründen ein zivilschutzmäßiges Verhalten notwendig. Die Menschen sind aufgefordert, sich in Räumen aufzuhalten, die der Fundstelle abgewandt sind. Die Fenster der Wohnung sollten in jedem Fall geschlossen sein. Ein Aufenthalt im Freien ist ab 10.30 Uhr nicht mehr gestattet. Ab 10 Uhr werden am Entschärfungstag keine Personen mehr in den inneren und äußeren Absperrkreis hineingelassen.

In der Evakuierungszone sind 3261 Bewohner betroffen. In der Sicherheitszone leben etwa 17.000 Menschen. Hinzu kommen viele Menschen, die in der Innenstadt arbeiten. Für die Personen, die ihre Wohnungen im Evakuierungsbereich verlassen müssen, stehen Freitag ab 8 Uhr Räume in der Sporthalle des Mercator-Gymnasiums an der Musfeldstraße 152 zur Verfügung. Der Zugang erfolgt über die Dickelsbachstraße.

Die Autobahn 59 wird ab 10 Uhr vollständig zwischen dem Autobahnkreuz Duisburg und Autobahnkreuz Duisburg-Süd gesperrt. Rund um die Sicherheitszonen greifen die Sperren bereits ab 10 Uhr, so dass in der gesamten City mit erheblichen Beeinträchtigungen zu rechnen ist. Der Innenstadtbereich sollte deshalb am Vormittag so weit es eben geht gemieden werden.

In der Evakuierungszone liegt auch der Duisburger Hauptbahnhof, er wird ab 9.30 Uhr geräumt. Hier wird der letzte Zug den Bahnhof um 9.27 Uhr verlassen (S1 nach Dortmund). Danach hält bis zum Ende der Entschärfungsaktion und der damit verbundenen Sperrmaßnahmen kein Zug mehr im Hauptbahnhof. Ersatzbahnhöfe sind Duisburg-Großenbaum, Oberhausen und Mülheim-Styrum. Ab 10.50 Uhr stoppen die Züge an den letzten Haltestellen vor dem Hauptbahnhof oder werden weiträumig umgeleitet.

Am Osteingang steht von 9.30 bis 10 Uhr ein Bus der Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) bereit, der Reisende zum Aufenthaltsraum am Mercator-Gymnasium fährt. Nach der Entschärfung fährt der Bus auch wieder zurück zum Hauptbahnhof. Dieser Service ist insbesondere für Bahnanreisende gedacht, die in die gesperrte Evakuierungszone möchten, dort aber keinen Zutritt erhalten.

Die U-Bahnlinien U79, 901 und 903 halten gegen 9.30 Uhr letztmalig in den U-Bahnhöfen der Innenstadt (Hauptbahnhof, König-Heinrich-Platz und Steinsche Gasse). Danach werden diese Bahnhöfe geschlossen. Auch die Buslinien werden ab 9.30 Uhr nicht mehr im Gebiet der Sicherheits- und Evakuierungszone verkehren. Das Forum und das City Palais öffnen erst nach Freigabe der betroffenen Bereiche. Mitarbeiter des Ordnungsamtes haben die Anwohner und die betroffenen Gewerbebetriebe aufgesucht und sie über die Verhaltensmaßnahmen informiert. Die Außendienstkräfte des Ordnungsamtes sind ab 9 Uhr im Einsatzgebiet präsent und stehen dann für mögliche Rückfragen zur Verfügung.

Folgende Geschäftsstellen desJjobcenter Duisburg liegen im Evakuierungsbereich und müssen deshalb am Freitag ganztägig geschlossen bleiben: Friedrich-Wilhelm-Straße 103, Königstraße 57, Sonnenwall 73, Ludgeristraße 12 und Beekstraße 45. Das jobcenter Duisburg ist, trotz der Bombenentschärfung, unter Telefon 0203 302-1910, erreichbar. Der Wochenmarkt auf dem Ludgeriplatz in Neudorf fällt aus. Am Landfermann-Gymnasium endet der Unterricht für die Stufen 5 bis 11 nach der zweiten Stunde. Die Leistungskursklausuren in der Stufe 12 finden ab 9.50 Uhr in den Räumen an der Mainstraße 10 statt. Am Steinbart-Gymnasium an der Realschulstraße fällt der Unterricht dagegen ganz aus.

Beginn und Ende der Entschärfung werden durch Lautsprecherdurchsagen bekannt gegeben; Infos hierzu gibt es auch bei Call Duisburg unter Telefon 0203 94000 und auf der Homepage der Stadt Duisburg, www.duisburg.de

Hier geht es zur Bilderstrecke: Duisburger Bombe am Mercatorkreisel

(das/top/csi)