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Duisburg: Weißer Staub macht mächtig Ärger

Duisburg : Weißer Staub macht mächtig Ärger

Die Bibliothek der Rheinhauser Sternwarte versinkt nach Bauarbeiten unter einer Staubschicht. Nicht nur die Elektronik, sondern vor allem Bücher und Fachzeitschriften sind nicht mehr wiederzuerkennen. Der Verein ist erbost.

Es ist momentan nicht allzu schwer, Rolf Hembach in Rage zu bringen. In der jüngeren Vergangenheit hat sich viel Ärger angestaut. Das aktuelle Ereignis hat das Fass zum Überlaufen gebracht. "Ich habe kein Verständnis, dass ein Vermieter Handwerker in eine vermietete Räumlichkeit lässt, ohne den Mieter zu informieren", ärgert sich der Leiter der Rudolf-Römer-Sternwarte Rheinhausen. Besagte Handwerker hatten bei unangekündigten Bauarbeiten in der Bibliothek an der Schwarzenberger Straße eine Staubschicht auf Scannern, Computern und unzähligen wichtigen Dokumenten hinterlassen. Die Verantwortlichen der Sternwarte sind fassungslos.

 Fingerabdrücke der besonderen Art: Rolf Hembach demonstriert die Staubschicht des Bildschirms.
Fingerabdrücke der besonderen Art: Rolf Hembach demonstriert die Staubschicht des Bildschirms. Foto: Hohl, Ralf (hohl)

Schon seit geraumer Zeit gab es nach starkem Regen in der Bibliothek große und anhaltende Probleme mit der Feuchtigkeit, die Decken und Wänden gleichermaßen zu schaffen machte. Der Putz bröckelte. "Ich habe daher die Objekt-Betreuerin des Immobilien-Managements Duisburg informiert und sie gebeten, uns bei möglichen Renovierungsarbeiten zu benachrichtigen", erinnert sich Hembach. Eine Benachrichtigung des IMD als Vermieter sei jedoch ausgeblieben. Als der Vorsitzende dann schließlich den Raum betrat, traf ihn der Schlag. Die Decke war frisch gestrichen worden, und die gesamte Einrichtung der Bibliothek fand sich unter einer feinen weißen Staubschicht wieder.

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"Die technischen Geräte könnte man zur Not ersetzen, aber die Fachzeitschriften und Bücher kann man teilweise gar nicht mehr kaufen", verdeutlicht Hembach das Problem. Er weist darauf hin, dass eine Reinigung "Monate dauern wird". Ein Großteil der Bücher ist mit einem Leinenumschlag versehen. "Ich habe schon versucht, mit einer Zahnbürste zu reinigen. Das hat aber nicht funktioniert", sagt der Rheinhauser.

Die Frage ist nun, wer sich um die vollständige Behebung des Malheurs kümmert. Der Leiter der Sternwarte hat bereits beim IMD angerufen. Hembach: "Man werde sich bei mir melden, hat man mir gesagt." Aktuell macht die Stadt Duisburg noch Betriebsferien, daher war seitens des IMD auch niemand für eine Stellungnahme zu erreichen. Der Vorsitzende verdeutlicht allerdings, dass die Säuberung nicht an den Mitgliedern hängenbleiben darf. "Unsere Mitglieder werden sich sicherlich auch bedanken, wenn sie den Dreck wegmachen müssen, den sie nicht verursacht haben", übt sich Hembach in Sarkasmus.

Die Staub-Affäre ist laut der Verantwortlichen der Sternwarte allerdings nur die Spitze des Eisberges. Beim IMD gibt es inzwischen für jedes Anliegen des Rheinhauser Vereins einen Ansprechpartner. "Die Kommunikation zwischen den einzelnen Mitarbeitern sowie die mit uns ist aber stark verbesserungswürdig", beschwert sich Hembach und fügt hinzu: "Als noch das Bezirksamt zuständig war, hat das besser funktioniert." Diverse weitere Faktoren, unter anderem Probleme mit der Heizung, trieben dem Sternenfreund schon mehrfach die Zornesröte ins Gesicht.

Die Bibliothek der Rheinhauser Sternwarte bleibt bis zum Frühjahr nun erst einmal geschlossen. Bis die Frage abschließend geklärt ist, wer saubermacht. Und bis der Staub wieder weg ist.

(RP/top)