Duisburg: Weingenuss in der Kraftzentrale

Duisburg: Weingenuss in der Kraftzentrale

Die "Baden-Württemberg Classics" haben sich die Weinfreunde dick im Terminkalender angekreuzt. Auch bei der elften Ausgabe pilgerten wieder mehr als 4000 Interessenten zum ehemaligen Hüttenwerk.

Ulrich Breutner, der Geschäftsführer des Weininstitutes Württemberg berichtete, dass die Winzer aus "dem Ländle" sehr gerne nach Duisburg kommen: "Die Atmosphäre in dem alten Stahlwerk ist schon etwas ganz Besonderes, das Publikum ist sachkundig und aufgeschlossen." Dass man hier auch gute Geschäfte machen kann, wurde an den stark frequentierten Ständen der 82 Winzer aus Baden und Württemberg ebenfalls deutlich.

Die Auswahl an verschiedenen Weinen, Winzersekten und Obstbränden war schon enorm. "In diesem Jahr sind die Aussteller hier mit mehr als 1000 unterschiedlichen Produkten am Start", erklärte der Weinexperte.

Wer wissen wollte, wo denn die Trollinger, Gutedel, Lemberger oder andere Sorten angeboten wurden, konnte sich anhand einer Broschüre orientieren. Dort war jeder Anbieter mit seinen Produkten aufgelistet. Zudem gab es die Möglichkeit, sich auf kurzweiligen Weinseminaren zu informieren. Die wurden zu den Themen "Frühlings- und Sommerweine aus Baden", "Das Spiel von Süße und Säure" und "Weinbau 4.0 - Württembergs Jungwinzer" angeboten.

Die "Weinhoheiten" Franziska Aatz (Baden) und Carolin Klöckner (Württemberg) bewiesen bei ihren Vorträgen, dass sie nicht nur repräsentieren können, sondern auch über ein ausgeprägtes Fachwissen verfügen. Passend zu den jeweiligen Themenschwerpunkten konnten auch die entsprechenden Weine verkostet werden.

Ganz so einfach hatten es die Winzer mit dem 2017er-Jahrgang nicht, wie Ulrich Breutner erklärte: "Der Frost im April war schon heftig, der hat schon zu schaffen gemacht." Allerdings waren die klimatischen Bedingungen im September und Oktober dann sehr gut. "Das Spiel zwischen kalten Nächten und warmen Tagen war ideal und hat sich positiv auf die Qualität ausgewirkt", so der Württemberger.

Dass der Weingenuss voll im Trend liegt, zeigte sich nicht nur an den dicht umringten Ständen, auch Lars Hieber vom Weingut Schäfer-Heinrich bestätigte diesen Eindruck: "Das Publikum ist jünger geworden, das ist schon erkennbar." Der Heilbronner gehört zu den Jungwinzern, die ganz bewusst auch neue Wege gehen: "Eine gründliche Ausbildung ist schon sehr wichtig, viele studieren zudem nach der 'Lehrzeit' Weinbau und Weinwirtschaft."

Auch freiwillige Auslandaufenthalte dienen der Weiterbildung. Hieber war selbst schon in Südtirol und auch in Südafrika: "Man muss aufgeschlossen und bereit sein, dazuzulernen."

Dass der Weintourismus zunehmend an Bedeutung gewinnt, bestätigte Ulrich Breutner: "Viele buchen direkt beim Winzer und verbringen einige Tage in schöner Umgebung. Dabei kann man den Wein und die landesüblichen Spezialitäten in Ruhe genießen." Wer mochte, konnte sich vor Ort schon an den Ständen der Touristikverbände informieren und seine Reise zum Kaiserstuhl, an den Neckar oder ins Taubertal in Angriff nehmen.

(RP)