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Duisburg: Weihnachtsmusik zwischen Tango, Blues und Jazz

Duisburg : Weihnachtsmusik zwischen Tango, Blues und Jazz

Das international bekannte Ensemble "Quadro Nuevo" gastierte im ausverkauften Ruhrorter Gemeindehaus.

Ausverkauft, erstmalig, grandios, sensationell und außergewöhnlich lauten die wohl wichtigsten Botschaften des Konzertes mit dem weltberühmten Ensemble "Quadro Nuevo" am Sonntagabend in dem ehemaligen evangelischen Gemeindehaus in Ruhrort. Die Idee zu diesem Gastspiel, wie auch zum "Lebendigen Adventskalender", der damit gleichzeitig eröffnet wurde, hatten zwei Ruhrorterinnen: Regina Beste-Henke und Bettina Henke.

Schon zum Auftakt des "Lebendigen Adventskalenders" am Sonntagabend vor dem Blumengeschäft "flora tec" am Ruhrorter Neumarkt kamen mehr als 200 Menschen — so viele, wie noch nie. Fast ebenso viele Besucher und damit ausverkauft, denn mehr dürfen aus bau- und brandschutzrechtlichen Gründen nicht in das Gemeindehaus, waren es zwei Stunden später auf der Dr.-Hammacher-Straße 6 gegenüber Haniel. Erstmals in Duisburg gastierte auf Einladung der "Kreativkreislerinnen" Regina Beste-Henke und Bettina Henke, beide selbst als Sängerin bzw. Gitarrenspielerin aktiv, das weltweit tourende Instrumental-Quartett "Quadro Nuevo". Auf ihrer derzeitigen Tournee spielen die vier Vollblutmusiker Anfang Januar sogar in Buenos Aires, nachdem sie unter anderem München, Prag und Wien besucht hatten.

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Zu hören in Ruhrort waren Mulo Francel mit verschiedenen Saxophonen und Klarinetten, Dietmar (genannt D.D.) Lowka am Kontrabass und Schlagwerk, Andreas Hinterseher am Akkordeon und Bandoneon sowie Evelyn Huber an der Harfe und dem Salterio, einem italienischen Zupfinstrument. Unspektakulär war das Programm mit "Weihnacht" angekündigt. Doch ihr Auftritt in Duisburg, der gleich mehrere Songs aus dem mittlerweile 15 CD-Alben umfassenden Musikwerk vorstellte, entpuppte sich zu einem musikalisch grandiosen und sensationellen Feuerwerk.

Höhepunkt dabei war ihr Beitrag zum Abschluss mit einer eigenwilligen Interpretation von Astor Piazzollas "Libertango". Musikalisch arrangiert wurde der Beitrag als eine Art konzertante Ode an Ochs und Esel aus den zahlreichen Krippendarstellungen zur Weihnachtsgeschichte sowie an den weltberühmten Tango Nuevo. So etwas hat Ruhrort noch nicht gehört und erlebt! Auch ein Medley teils verfremdet gespielter Weihnachtslieder, darunter "Vom Himmel hoch, da komm ich her" und "Leise rieselt der Schnee" bis hin zu Adventsklängen, wie "Süßer die Glocken nie klingen" und "Fröhliche Weihnacht überall", vorgetragen als tanzbare Unterhaltungsmusik, gehörten zum Vortragsrepertoire.

Selbst Jiddisches, Bluesiges und Jazziges sowie eine italienische Sommersinfonie gab es in diesem außergewöhnlichen "Weihnachtskonzert" zu hören. Letztere entstand auf einer Reise in die Toskana, bei der sich "unser Geist weit öffnete", wie Bandmitglied Hinterseher den Spielstil dieses Musiktitels, der zwischen Bossa Nova und Tango angesiedelt ist, augenzwinkernd bemerkte. "So wären wir wieder bei Weihnachten."

Als Francel seinen "Singenden Hirtenstab", eine Contra-Bass-Klarinette, mit dem Weihnachtslied "Kommet, ihr Hirten" zu Gehör brachte, war es um das Publikum geschehen. Langanhaltender Applaus mit Standing Ovations und mehrere Zugaben gaben folgerichtig und standesgemäß den Schlussakkord des Abends.

(RP)