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Weihnachtsmarkt Duisburg 2019: Was die Besucher schlecht finden

Umfrage unter Besuchern : Der Weihnachtsmarkt spaltet die Duisburger

Auch 2019 gehen die Meinungen über den Weihnachtsmarkt in der Innenstadt wieder auseinander. Doch warum hat er so ein schlechtes Image? Und warum zieht er dennoch reihenweise Neugierige an?

Alle Jahre wieder findet er statt. Der Weihnachtsmarkt in der Innenstadt. Vom 14. November bis zum 30. Dezember bieten rund 123 Aussteller ihre Waren auf der Königstraße an. Und wie immer gehen auch in dieser Weihnachtszeit die Meinungen über Duisburgs Weihnachtsmarkt wieder weit auseinander.

Nicht jeder Besucher teilt Sabine Ottens Ansicht. Sie sagt: „Jedes Jahr ist der Weihnachtsmarkt einfach schön“. Seit zwei Jahren arbeitet Otten am Stand von „Beckers beste Kräuter und Gewürze“ und wirkt nun schon zum 20. Mal auf dem Markt aktiv mit. Obwohl viele Leute die mittlerweile typischen blauen Bäume, die den Weihnachtsmarkt säumen, nicht leiden könnten, finde sie diese „einfach schön“. Jedes Jahr sei sie mit einer großen Truppe unterwegs und würde von den Bonbons bei „Müller“ naschen. Auch auf Poffertjes könne sie nicht verzichten. „Dieses Jahr gibt es viel guten Kirschglühwein“, sagt Sabine Otten schmunzelnd. Auch sie bekomme die negativen Stimmen zu hören. Sie selbst habe damit keine Probleme, doch sie merke auch, dass die Laufkundschaft abnehme.

 Ilona und Friedhelm Jurczyk aus Meiderich sind der Meinung, dass der Weihnachtsmarkt mit dem Flair des Lichtermarkts nicht mithalten kann. Mit dem Essensangebot ist das Ehepaar aber zufrieden.
Ilona und Friedhelm Jurczyk aus Meiderich sind der Meinung, dass der Weihnachtsmarkt mit dem Flair des Lichtermarkts nicht mithalten kann. Mit dem Essensangebot ist das Ehepaar aber zufrieden. Foto: Christoph Reichwein (crei)
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Zwei Duisburgerinnen, die an diesem Mittag mit ihren Hunden unterwegs sind, sind zwei dieser negativen Stimmen. „Jedes Jahr ist es das gleiche“, sagen sie. „Immer der gleiche Nippes. Nur Ramsch und viel zu essen.“ Vor einigen Jahren habe es hier noch zwei hübsche Stände mit Geschirr gegeben. Lediglich der kleine Weihnachtsmarkt am Knüllermarkt gefalle ihnen. Mittlerweile würden sie aber Weihnachtsmärkte generell meiden. Sie seien nur hier, weil sie in der Innenstadt unterwegs waren.

Anke Zimmermann ist zum ersten Mal auf dem Weihnachtsmarkt. Ihr erster Eindruck ist, dass es „viele Fressbuden“ geben würde und wenig Kunsthandwerk. Idyllisch seien ihr die Stände mit gehäkelten und getöpferten Waren vorgekommen. Außerdem sei es am Vormittag noch schön leer.

 Janine Schmiedel (l.) aus Kamp-Lintfort und Daniela Navaro aus Wesel sind zum Glühweintrinken hier.
Janine Schmiedel (l.) aus Kamp-Lintfort und Daniela Navaro aus Wesel sind zum Glühweintrinken hier. Foto: Christoph Reichwein (crei)

Das Ehepaar Jurczyk hingegen kommt seit vielen Jahren schon auf den Markt. Das Warenangebot bezeichnen sie als mittelmäßig und verglichen mit der „hohen Kunst“, die während des Lichtermarktes im Landschaftspark zu sehen sei, könne der Weihnachtsmarkt in der Innenstadt nicht mithalten. Frau Jurczyk vermisst Tannendekoration, die den Markt optisch aufwerten würde. Trotzdem seien sie zufrieden. Das Essensangebot sei groß und sie würden immer wieder gerne den Fischstand besuchen.

Wieder anders sehen das Angelika und Helmut Nettesheim. Das Ehepaar aus Duisburg-Homberg vermissen Weihnachtsmusik und finden die Stimmung eher trostlos. Müssten sie keine Einkäufe erledigen, hätten sie die kleine Pause am Pommesstand gar nicht erst eingelegt. Am Wochenende könne man den Weihnachtsmarkt außerdem nicht besuchen, da es viel zu voll sei. Lieber würden sie einmal nach Monschau fahren oder besuchen den Weihnachtsmarkt auf Schloss Moyland. Die schöneren Märkte würden außerhalb von Duisburg stattfinden.

 Gerda Schopmann (l.) und Ursula Meier aus Neukirchen-Vluyn vermissen in Duisburg weihnachtliche Deko.
Gerda Schopmann (l.) und Ursula Meier aus Neukirchen-Vluyn vermissen in Duisburg weihnachtliche Deko. Foto: Christoph Reichwein (crei)

„Da muss man auch mal hin“, sagen Gerda Schopmann und Ursula Meyer. Der „Bummelmarkt“ biete ein angenehmes Flair mit den unterschiedlichsten Gerüchen und Lichtern, sagt Ursula Meyer. Die Frauen freuen sich, dass es keine laute Musik gibt, vermissen aber dennoch die nicht aufkommen wollende Weihnachtsstimmung. Ursula Meyer führt dies unter anderem auf fehlende Deko zurück. Gerda Schopmann habe es eher auf den Martinsmarkt in ihrer Heimat Neukirchen gezogen. Dieser habe eine ganz andere Atmosphäre. Ursula Meyer zieht es sonst auch lieber auf die Weihnachtsmärkte in Moers oder Xanten.

Zum Glühweintrinken kommen Janine Schmiedel aus Kamp-Lintfort und Daniela Navarro aus Wesel-Ginderich auf den Weihnachtsmarkt. Sie seien keine Fans von Duisburg und dem dazugehörigen Markt und nur wegen ihrer Arbeit und eines Arztbesuches in der Innenstadt unterwegs. Schmiedel bezeichnet den Weihnachtsmarkt als eine „Kommerzgeschichte“. Für sie würde die Weihnachtsmarktzeit traditionell nach dem Totensonntag beginnen und man könne eine deutliche Verschiebung der Werte beobachten.

Es scheint, dass sich auch in diesem Jahr kein eindeutiges Bild ergibt. Der Weihnachtsmarkt sei „ramschig“ und unoriginell, habe zu früh eröffnet, aber biete auch ein großes Angebot an Gerichten an und sei auf seine Art und Weise „einfach schön“. Viele Leute scheinen während sie ihre Einkäufe erledigen noch einen kurzen Halt auf dem Markt einzulegen. Trotz vieler negativer Meinungen sieht man gut gefüllte Tische und lachende Menschen.

Es führt kein Weg daran vorbei: Man muss ihn einfach selbst erleben und kennenlernen. Den Weihnachtsmarkt, der die Duisburger spaltet.