Weihnachtsgeschäft in Duisburg: Internetaktionen helfen auch dem Einzelhandel

Weihnachtsgeschäft in Duisburg : Internetaktionen helfen auch dem Einzelhandel

Der Duisburger Einzelhandel ist mit dem Weihnachtsgeschäft bisher zufrieden. Internet-Rabattaktionen wie der „Black Friday“ oder der „Cyber Monday“ machen sich auch beim stationären Einzelhandel bemerkbar. Der Handelsverband will trotzdem die Webkompetenz seiner Mitglieder stärken.

Dass Internetshops dem stationären Einzelhandel im Weihnachtsgeschäft den Rang ablaufen, ist keine neue Entwicklung. Angesichts von massiven Umsatzsteigerungen im Internetbereich bewertet der stationäre Einzelhandel das aktuelle Weihnachtsgeschäft aber dann doch noch überraschend positiv. „Die Händler sind zufrieden“, sagt Wilhelm Bommann, Geschäftsführer des Einzelhandelsverbandes Niederrhein. „Es ist kein herausragendes, aber ein ordentliches Jahr.“ Herausragende Jahre seien vor dem Hintergrund des sich verändernden Kundenverhaltens aber wohl so schnell auch nicht mehr zu erwarten.

Die Einstellung der Händler zum Internetgeschäft seien sehr unterschiedlich. „Wir müssen da zwischen großen Playern wie Saturn, Esprit, Zara und Co. mit eigenen Internetshops und mittelständischen Einzelhändlern unterscheiden“, sagt Bommann. „Während die einen durchaus von den Umsatzzuwächsen des Onlinehandels profitieren, haben unabhängige und kleinere Einzelhändler damit häufig Schwierigkeiten.“ Der Einzelhandelsverband habe das als Herausforderung erkannt und wolle demnächst gegensteuern. „Mit einem Webshop alleine ist es da nicht getan. Es geht dabei auch um Fragen der richtigen Vermarktung im Netz oder der Sichtbarkeit in den Suchmaschinen“, erläutert Bommann. „Dafür braucht es Kompetenzen. Wir wollen unseren Mitgliedern nun vermehrt Angebote wie Trainings machen, damit sie sich diese Fähigkeiten aneignen können.“ So könnten letztlich auch sie vom Zuwachs im Onlinebereich profitieren.

Viele Duisburger waren beim Verkaufsoffenen Sonntag in der Stadtmitte mit prall gefüllten Einkaufstüten unterwegs. Foto: Christoph Reichwein (crei)

Zwischen den einzelnen Branchen bestünden große Unterschiede. Vor allem Spielzeug und Unterhaltungselektronik würden häufig über das Internet gekauft. Bei Parfüm und Schmuck würden die Duisburger dagegen nach wie vor auf die Beratung im Laden setzen. Und besonders gering sei die Belastung durch das Netz im Bereich Genussmittel. Dort liege der Anteil an Onlineverkäufen deutschlandweit bei unter zwei Prozent. „Zum Vergleich: Bei der Unterhaltungselektronik sind es mehr als 30 Prozent“, sagt Bommann.

Interessant sei, dass der Einzelhandel merklich von Internet-Rabattschlachten wie dem „Black Friday“ oder dem „Cyber Monday“ profitiere. „Auch im stationären Handel haben an diesen Tagen die Geschäfte angezogen“, sagt er. Da es sich bei den genannten um geschützte Begriffe handelt, seien viele Händler vorsichtig. Deshalb gab es so viele sinnverwandte Begriffe wie „Black Week“ oder „Black Sale“. Wie viel Geld an diesen Tagen umgesetzt wurde, kann Bommann nicht genau sagen. „Ich bin da vorsichtig“, sagt er. „Bundesweit stand – meine ich – eine Summe von 3,4 Milliarden Euro im Raum.“

Was das Kaufverhalten der Duisburger in der Vorweihnachtszeit angeht, gibt es zu vermelden, dass viele beim Kauf im stationären Einzelhandel auf Bewährtes setzen. „Spielzeuge und Unterhaltungselektronik waren bislang besonders gefragt“, sagt Bomman. „Erfahrungsgemäß ziehen in den letzten Tagen bis Weihnachten aber auch noch einmal Textilien und Luxusartikel wie Parfum und Schmuck ordentlich an.