Duisburg: Weihnachten diesmal in Fagott und Mezzosopran

Duisburg: Weihnachten diesmal in Fagott und Mezzosopran

Eine große Tradition hat die alljährliche Veranstaltung "Weihnachten in Lied und Wort" im Opernfoyer im Theater Duisburg. Passende klassische Musik im Wechsel mit heiter-besinnlichen Texten, das kommt immer an. Seit einigen Jahren wird das Programm jedes mal anders gestaltet.

In diesem Jahr war das besonders gelungen. Im Mittelpunkt stand das Fagottquartett der Deutschen Oper am Rhein Düsseldorf/Duisburg mit Martin Kevenhörster und Katharina Groll von den Düsseldorfer Symphonikern sowie Anselm Janissen und Laszlo Kerekes von den Duisburger Philharmonikern plus Abteikantor Peter Bartetzky an Cembalo (in der ersten Konzerthälfte) und Klavier (nach der Pause). Sie bestachen sorgfältig, stilsicher und auch witzig, zunächst barock in einem Konzert F-Dur von Antonio Vivaldi, "Le Phénix" von Michel Corrette und einer Bearbeitung der "Air" aus der Orchestersuite Nr. 3 D-Dur BWV 1068 von Johann Sebastian Bach, danach sanft modern in "Die Kunst des Fagotts: Thema und sechs Variationen" von Ian Holloway, Jahrgang 1953. Laszlo Kerekes, der dieses Stück im Vorfeld als "musikalischen Thermomix" bezeichnet hatte, griff darin zum noch tieferen Kontrafagott, das hier das Ohrwurm-Bassmotiv aus Bachs "Air" zitiert.

Wolfram Boelzle, als Sprecher nicht nur bei den Duisburger Philharmonikern bewährt, las oder vielmehr spielte zwischendurch drei Texte aus dem Band "Haben Sie's heilig? - Satiren im Schatten der Krippe" von Stefan Keim, bekannt als Radiokritiker. Herrlich etwa "Der globalisierte Weihnachtsmann", der am Handy mit seinem Chef spricht: "Hosianna! Nein, ich habe Dich nicht angerufen, nur gesagt ,Mein Gott'. Ich weiß, Dein Gebot lautet ,Du sollst den Namen Deines Herrn nicht missbrauchen' - aber Missbrauch, Chef, das ist was anderes."

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Das eigentliche Ereignis war aber die junge Mezzosopranistin Kimberley Boettger-Soller, neu im Ensemble der Rheinoper, vollendet auf den Punkt sowohl in ihrer Innigkeit als auch in ihrem Humor. Das ging von der barocken Kantate "Nascere, nascere, dive puellule" von Francesco Durante über das neckische Lied "Epiphanias" ("Die heiligen drei König mit ihrem Stern") von Hugo Wolf bis zu jenem englischsprachigen Weihnachtslied, zu dem der 1951 geborene Jay Althouse die beliebte Fanfare aus "L'Arlésienne" von Georges Bizet gemacht hatte.

(hod)