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Duisburg: Weiche Formen, klare Linien

Duisburg : Weiche Formen, klare Linien

Rita Wilmesmeier aus Mönchengladbach und Brigitte Gmachreich-Jünemann aus Kranenburg eröffnen eine gemeinsame Ausstellung. Ihre Werke leben vom Kontrast zwischen Lebendigkeit und Strukturiertheit.

Rheinhausen Die Objekte aus geformtem, feinem Drahtgewebe haben organische, weiche Formen. Klarheit gewinnen sie, wie zum Widerspruch in sich selbst, durch akkurat hineingefaltete Quadrate. Durch die Kunst von Rita Wilmesmeier zieht sich das Motiv des, wie sie es nennt, "Rasters": Irgendwo – als Knicke im Material, im Auftrag von Farbe – finden sich definierte, meist einander kreuzende Linien.

Brigitte Gmachreich-Jünemann spielt bei ihren Radierungen mit Eindrücken von Bewegung und Ruhe: faserige, schwarze und weiße Strukturen, ergänzt durch satt-farbige Flächen, die tiefgründig sind und durch die Drucktechnik plastisch. Ausgangspunkt ist bei ihr immer das Motiv Wasser, beziehungsweise ihr Gefühl dazu: "Ich möchte die Natur nicht abbilden, wie sie ist, sondern eine Stimmung darstellen. Das, was ich dabei empfinde."

Spannung im Raum

Die Künstlerinnen Gmachreich-Jünemann und Wilmesmeier eröffnen am Sonntag ihre gemeinsame Ausstellung in der Bezirksbibliothek. "Die beiden, so unterschiedlich sie auch arbeiten, haben viele Bezugspunkte." Das bringe Spannung in den Raum, stellt Rainer Schmidt von der Bibliothek fest. Tatsächlich finden sich bei den Frauen Ähnlichkeiten in ihrer Arbeit mit Mustern, auch in ihrer Hinwendung zu intensiven, klaren Farbelementen. "Da sind schon gewisse Seelenverwandschaften", so Schmidt.

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Vor allem, wenn sich Wilmesmeiers "Raster" auflösen, zu einfachen Linien reduziert sind, sind Parallelen zu Gmachreich-Jünemanns Drucken zu sehen. In der Materialwahl ist Wilmesmeier abwechslungsreich, nutzt Fotografie, Metall, Gummi. "Ich spiele immer mit der Verfremdung", erklärt sie, von Leichtem zu Schwerem und umgekehrt. Zum Beispiel mit Papier: "Weiches Papier, dass ich so bearbeitet habe, dass es schwer wirkt wie Blei oder Stein." Ihre Drahtobjekte wirken schwerelos leicht.

Worte und Farben in Kombination

Gmachreich-Jünemann kombiniert in ihren Werken Worte und Sätze mit Farben und Strukturen, macht Lyrik oder Schriftzüge zu Bild-Teilen in vollgeschriebenen Flächen. In Vitrinen präsentiert sie Bücher und Mappen mit ihren Werken. "Es ist spannend, was man mit der Technik der Radierung erreichen kann, das man durch Zeichnung oder Malerei nicht bekommt. Das ist eine ganz spezielle Linienführung, sehr faserig, sehr lebendig", sagt sie. Die Farbe sitzt erhaben auf dem Papier, "das ist eine ganz haptische Geschichte".

Gmachreich-Jünemann zeigt vor allem Werke der vergangenen Jahre. Wilmesmeier stellt Arbeiten etwa der vergangenen zehn Jahre vor. Ihre Drahtobjekte sind neuesten Datums.

(RP)