Wasserschaden: Theater Duisburg könnte über Monate geschlossen bleiben

80.000 Liter Wasser ausgetreten : Duisburger Theater könnte über Monate geschlossen bleiben

Im Theater der Stadt Duisburg hat es am Freitagmorgen einen massiven Wasserschaden gegeben. Bei routinemäßigen Wartungsarbeiten wurde die Sprinkleranlage aktiviert. 80.000 Liter Wasser ergossen sich auf Bühne und Bühnentechnik.

Schlimmer hätte es kaum kommen können: Im Theater der Stadt Duisburg ist es am Freitagmorgen, kurz nach sieben Uhr, zu einem massiven Wassereinbruch gekommen. Vermutlich durch einen Bedienungsfehler von einem Mitarbeiter der Wartungsfima wurde die Sprinkleranlage aktiviert. Der Automatismus konnte nicht mehr gestoppt werden. 80.000 Liter haben den Bühnenbereich und die gesamte damit verbundene Technik unter Wasser gesetzt.

Wie hoch der Schaden ist, lässt sich derzeit kaum absehen. Der Geschäftsführer der Immobiliengesellschaft Duisburg (IMD), Jürgen Kugelberg, ging am Freitag bei einer kurzfristig anberaumten Pressekonferenz davon aus, dass allein die Aufnahme des Schadens Wochen dauern wird. Die Feuerwehr war seit dem Morgen dabei, das Wasser – so gut es geht – abzupumpen. Auch wurden Schächte gebohrt, damit das Wasser abfließen kann. Eine der ersten Maßnahmen bestand darin, fast die gesamte Technik des Theaters vom Netz zu nehmen, da durch die massive Wassereinwirkung unkontrollierte Stromflüsse und Gefährdungen der Feuerwehrleute drohten. Das Theater wurde für das dort beschäftigte Personal gesperrt. In den kommenden Tagen werden Trocknungsgeräte die Feuchtigkeit aus Böden und Wänden ziehen.

Ob das Theater nach einigen Wochen wieder bespielt werden kann, ist zurzeit ungewiss. Es könne nach jetziger Einschätzung durchaus sein, dass das Stadttheater bis zum Ende der Spielzeit unbespielbar bleibt. Alles andere wäre im Augenblick eine freudige Überraschung.

Als einzig positive Nachricht kündige Dezernent Thomas Krützberg an, dass der Leiter des Theaters am Marientor kurz nach Bekanntwerden des Schadens angeboten hat, das TaM als Ausweichquartier für das Stadttheater zur Verfügung zu stellen, soweit dies der schon feststehende Veranstaltungskalender zulässt.

Zum Schadensbild gehört auch, dass die beiden ausverkauften Vorstellungen des Wiener Burgtheaters, die für Freitagabend und Samstagabend die Krönung des Akzente-Festivals sein sollten, ersatzlos ausfallen. Nicht nur das: Das Bühnenbild des Burgtheaters war im Duisburger Stadttheater bereits aufgebaut. Große Teile des Bühnenbildes bestehen aus bemaltem Sperrholz, das durch die Wassereinwirkung so aufgequollen ist, das es zu Sperrmüll wurde. Ein weiteres Problem besteht darin, dass die restlichen Teile so schwer sind, dass sie ohne Seilzüge nicht bewegt werden können. Doch diese Seilzüge brauchen Elektrizität, die aus Sicherheitsgründen in den nächsten Tagen kaum zur Verfügung stehen wird, befürchtet Schauspiel-Intendant Michael Steindl, der die bittere Aufgabe hatte, Jürgen Meyerhoff, dem Star des Wiener Burgtheaters, die Nachricht von der Gastspielabsage zu übermitteln. Steindle erreichte Meyerhoff am Freitagmorgen am Wiener Flughafen. Von dort aus konnte der Schauspieler erst mal wieder nach Hause fahren.

Die Theaterverwaltung kündigte an, dass alle gekauften Karten für das Stadttheater natürlich wieder erstattet werden. Nur wird darum gebeten, dass nicht alle Kartenbesitzer gleich am Montag zur Theaterkasse kommen, um ihre Karten gegen Bargeld oder Gutscheine umzutauschen. „Bei uns herrscht derzeit ein Ausnahmezustand, und wir bitten unsere Kunden um Verständnis, dass nicht alle aufkommenden Fragen gleich nach dieser Katastrophe beantwortet werden können“, sagte die Verwaltungsleiterin des Stadttheaters, Karoline Hoell.

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