Wasserschaden im Theater Duisburg: So geht es jetzt weiter

Wie es nach dem Wasserschaden weitergeht : Theater auf der Suche nach Alternativen

Das Bühnenbild des Burgtheaters konnte nach Wien zurückgeschickt werden.

Im Stadttheater und im Kulturdezernat werden zurzeit alle vom Wassereinbruch betroffenen Vorstellungen auf alternative Aufführungsstätten geprüft, hieß es am Montagnachmittag von Seiten der Stadt. Im Gespräch sind konzertante Aufführungen auf der Vorbühne, im Theater am Marientor oder in der Mercatorhalle. Möglicherweise werden auch Aufführungen im Landschaftspark Duisburg-Nord in Betracht gezogen.

Glück im Unglück konnte Schauspiel-Intendant Michael Steindl vermelden: Das schwere Bühnenbild des Burgtheaters konnte mit viel Improvisation doch noch abgebaut und auf die Rückreise nach Wien geschickt werden. Beschädigt wurde vor allen Dingen eine Holzwand, die aber bei den Aufführungen im Wiener Akademietheater nicht unbedingt gebraucht wird. Das wichtigste Bühnenrequisit bestand glücklicherweise aus Kunststoff, der vom Wassereinbruch nicht beschädigt wurde. Die Elektrik innerhalb des Bühnenbildes muss in Wien nochmals überprüft werden. Steindl ist jedoch zuversichtlich, dass die Wiener Vorstellungen, die seit Monaten ausverkauft sind, wie geplant stattfinden können. Ansonsten wären vermutlich Regressansprüche aus Wien erfolgt. Die Ursache für den Wassereinbruch wird in den kommenden Wochen gewiss noch ein heikles Thema sein.

Wolfgang DeMarco, künstlerischer Leiter des Theaters am Marientor (TaM), hatte wie berichtet auch das Musicaltheater als Ausweichquartier für Veranstaltungen des Stadttheaters angeboten. „Wenn es die Bühnenanweisungen zulassen, steht das TaM zur Verfügung“, betonte DeMarco am Montag im Gespräch mit unserer Zeitung. „Wagners Walküre mit 90 Leuten im Orchestergraben ließe sich sicher nicht umsetzen, andere Aufführungen könnten aber auch bei uns stattfinden.“ Vom 12. bis 22. April läuft das Musical „Jesus Christ Superstar“ im TaM. In dieser Zeit steht das Musicaltheater als Ausweichspielstätte nicht zur Verfügung. Es gilt DeMarcos Angebot, Theaterkarten für ausfallende Veranstaltungen gegen Tickets für „Jesus Christ Superstar“ einzutauschen. „Das möchten wir schnell und unbürokratisch umsetzen. In unserer Branche muss man schon eine gewisse Flexibilität an den Tag legen“, so der Künstlerische Leiter. Was er selbst dann mit den Karten vom Stadttheater macht, weiß er noch nicht: „Darüber haben wir uns noch gar keine Gedanken gemacht. Erst mal geht es uns darum, ein Trostpflaster für die ausgefallenen Veranstaltungen zu vergeben.“ Nach den Vorstellungen von „Jesus Christ Superstar“ wird das TaM bis Mitte Oktober nur punktuell genutzt. Dann laufen die Vorbereitungen für das Musical „Wallace“.

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