Duisburg: Waschen, föhnen, legen - mit Musik

Duisburg: Waschen, föhnen, legen - mit Musik

Die Theatergruppe der Säule, die Best Ager, feierte Premiere.

Der langanhaltende Applaus und rhythmisches Mitklatschen nicht nur von Familienangehörigen, sondern von allen Besuchern des ausverkauften Kleinkunsttheaters "Die Säule" waren der unmittelbare Lohn für die Best Ager, die sich getraut hatten, erstmals eine vollständige Komödie einzustudieren und aufzuführen. Bislang gastierten die Laienschauspieler unter der Regie ihres prominenten Mentors Horst Naumann "nur" mit kürzeren Sketchen. Mit ihrem rund anderthalbstündigen Stück "Waschen, föhnen, legen bitte" betrat die muntere Truppe Neuland. Das Risiko hat sich gelohnt, wie man jetzt weiß.

Ausgedacht hat sich die Komödie die Säulen-Chefin Martina Linn-Naumann persönlich. Da konnte man merken, dass die Autorin ihre Rollen den Akteuren auf den Leib geschrieben hat. Geschickt wählte Martina Linn-Naumann ein Komödiengerüst, mit dem man gut arbeiten kann: Die Geschichte spielt nämlich in einem Friseursalon, wo höchst unterschiedliche Kunden mit dem "Personal" zusammentreffen. So entsteht eine gelungene Komödienmischung, die das Publikum bestens unterhält. Da gibt es den Friseur Robert, der ein Herz für seine meist ältere Kundschaft hat und der weiß, dass das Frisieren mehr ist als "waschen, föhnen und legen". Er plaudert mit seinen Kunden, die gern von ihrem Alltag erzählen möchten und die durchblicken lassen, dass Einsamkeit kein unvermeidliches Altersschicksal ist. Das kommt im Stück sympathisch rüber.

Martina Linn-Naumann hat aber auch ein wenig Spannung eingebaut. Friseur Robert, ein Herr in den besten Jahren, hat erst vor kurzem bei der Durchsicht des Nachlasses seiner verstorbenen Mutter erfahren, dass er ein Adoptivkind war. Zu gern möchte er mehr über seine leibliche Mutter wissen. Da kommt es gut aus, dass eine Kundin, die in ihrer Freizeit gerne Karaoke-Abende besucht, bei der Muttersuche behilflich sein kann.

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Und was ist mit der eleganten Dame, die viele Jahre in Amerika gelebt hat und die wie zufällig in dem kleinen Friseurladen auftaucht? Als Zuschauer ahnt man, wohin der Komödienzug fährt, dessen Weichen geschickt gestellt sind.

Ein besonderer Clou der Aufführung sind die gekonnten Showeinlagen mit schwungvoller Choreographie. Das machen die Best Ager ganz vorzüglich. Der Funke springt zuverlässig von der Bühne ins Publikum über. Es spielen unter der Regie von Horst Naumann (in alphabetischer Reihenfolge: Peter Baasen, Carmen Engels, Ellen Esser, Manuela Georgiades, Evelyn Haferkamp, Ursula Heising, Angelika Schacht-Wilhelmi, Wilma Willenbrock und Klaus Wüllenweber.

Die nächsten Vorstellungen sind am Samstag und Sonntag, 2. und 3. Dezember, jeweils um 15.30 Uhr in der Säule. Weitere Vorstellungen dann im kommenden Jahr. Karten (11.50, ermäßigt 10 Euro) gibt es in der Säule unter Tel. 0203/ 20125 oder an der Kasse des Stadttheaters unter Tel. 0203/ 28362100 oder auch "karten@theater-duisburg.de".

(pk)