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Duisburg: Waschbär für 250 Euro

Duisburg : Waschbär für 250 Euro

Die Duisburgerin Gabriele Jez nahm einen ausgesetzten Waschbären bei sich zuhause auf. In freier Wildbahn kommen sie in der Stadt nur sehr selten vor, dafür kann man sie in einer Zoohandlung für zirka 250 Euro kaufen.

Es ist Juli dieses Jahres, ein lauer Sommertag. Gerade erst hatten es sich die Eheleute K. auf ihrer Garten-Terrasse in Hamborn gemütlich gemacht, als sie erschrocken in die Augen eines völlig zersausten Waschbären blicken, der plötzlich auf seinen Hinterläufen vor ihnen im Garten hockt. Es ist ein zirka zweijähriges Weibchen, wie sich später herausstellen wird. Beim Versuch, das scheue Tier einzufangen, werden sie gebissen.

Ein sofort benachrichtigter Pfleger des Tierheims kann den kleinen Waschbären schließlich bändigen. Das Tierheim kann den zotteligen Vierbeiner aus Platzgründen nicht aufnehmen und vermittelt ihn an Gabriele Jez, die erfahren im Umgang mit diesen Tieren ist, weiter. Sechs Wochen lang hält die 40-Jährige die Waschbärendame bei sich zuhause, päppelt sie mit Weintrauben und Eiern wieder auf, nennt sie Wilma. Dann übergibt sie den Waschbären an den Duisburger Zoo.

Bei dem Waschbären soll es sich nicht um ein Tier aus freier Wildbahn handeln. Wilma sei vielmehr als Haustier gehalten und von ihrem Besitzer ausgesetzt worden. "Als man sie zu mir brachte, war ihr Fell um den Hals herum abgebrochen. Das waren Spuren eines Halsbandes”, sagt Jez. Zudem habe sie keine große Scheu vor Menschen gezeigt, was untypisch für diese Tierart sei.

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Waschbären aus dem Zoogeschäft

In einer Duisburger Zoohandlung werden Waschbären zum Preis von zirka 250 Euro an Privatpersonen verkauft. Auch im Internet werden die Wildtiere auf einschlägigen Plattformen wie auf einer Auktion zum Kauf angeboten. Für viele Tierfreunde ist das ein Skandal. "So etwas muss verboten werden”, fordert Jez.Um die Tiere in den eigenen vier Wänden einigermaßen artgerecht halten zu können, müssen strenge Vorschriften eingehalten werden. Das Gehege muss mindestens 25 Quadratmeter groß sein, zudem benötigt man eine Genehmigung der zuständigen Behörde.

Davon rät Frank Chomik, Tierpflegemeister Zoo Duisburg, allerdings strikt ab. "Das sind Raubtiere, die man nicht zuhause halten sollte.” Waschbären seien unangenehme und zickige Zeitgenossen. Im Duisburger Zoo gibt es zurzeit neben Wilma noch acht weitere Waschbären, vor deren Aggressivität selbst die Pfleger großen Respekt hätten. "Sie sehen zwar süß und lieb aus, sind aber gefährlich”, warnt Gabriele Jez.In freier Wildbahn kommen Waschbären in Duisburg nur sehr selten vor. "Mir sind bislang nur zwei Fälle bekannt”, sagt Chomik. Biologen schätzen aber, dass in Deutschland mehrere Hunderttausend dieser Raubtiere in freier Wildbahn leben.