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Duisburg: Warum ein Lkw gefährlich ist

Duisburg : Warum ein Lkw gefährlich ist

Mitarbeiter der Dekra erklärten gestern Kindern der Karl-Lehr-Realschule bei einer Verkehrserziehung den "toten Winkel." Dabei durften die Schüler auch hinters Steuer eines Lkw, um selbst zu erleben, wie wenig der Fahrer sieht.

Wanheimerort Wenn ein Lkw vor der roten Ampel steht und ein Kind auf einem Fahrrad rechts daneben, dann ist die Situation brenzlig. Denn der Fahrer des meterhohen Fahrzeuges kann durch den toten Winkel andere Verkehrsteilnehmer kaum oder gar nicht wahrnehmen, wenn er abbiegt.

Oft kommt es so zu Unfällen, bei denen kleine und große Verkehrsteilnehmer schwer oder sogar tödlich verletzt werden. Doch Kindern ist es gar nicht klar, dass "der da oben" sie gar nicht sehen kann. Um das deutlich zu machen, war die Dekra gestern im Rahmen einer Projektwoche auf dem Schulhof der Karl-Lehr-Realschule vor Ort.

Gefahren erleben

Mit Kreidestrichen sind auf dem Asphalt des Schulhofes Linien rund um einen zehn Tonnen schweren Lkw eingezeichnet, Jungen und Mädchen laufen, um das Fahrzeug herum. "Komm mal hierher", ruft Jürgen Bongardt in die Menge. Die Klasse von Lehrer Jens Kohlscheidt scharrt sich in Sekunden um den Mitarbeiter des Prüfdienstes. Ein Beamer ist unter einem Zeltdach aufgebaut, auf einer Leinwand steht eine Frage in grüner Schrift: "Wie gefährlich ist ein großer Lastwagen für mich?" Bongardt erklärt den Kindern die Gefahren, die im Straßenverkehr auf sie zukommen können, wenn ein Lastwagen in Sicht ist.

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"Legt euch nicht mit dem an. Lasst lieber den Lkw zuerst fahren, auch wenn ihr dann zu spät zu eurer Freundin, eurem Freund kommt." Die Kinder nicken, währen Grafiken über die Leinwand wandern. Fließend geht es im Anschluss von der Theorie zur Praxis. "Wir werden jetzt mal nach oben in die Fahrerkabine steigen und von dort oben gucken, was wir da so sehen können. Wer will denn als erstes?" Zahlreiche Finger strecken sich in die Höhe. Bongardt lässt die Schüler in einer Reihe Aufstellung nehmen.

Als eine der ersten ist die zwölfjährige Jasmin aus der Klasse 6 c dran. Nachdem sie wieder aus dem Auto heraus gestiegen ist, berichtet sie einer Freundin sofort, was sie da gesehen hat: "Da hast du überhaupt keinen guten Blick. Vor allem genau vorne und rechts siehst du nur den leeren Schulhof. Das ist schon gefährlich. Das hätte ich mir gar nicht so vorgstellt", so die Realschülerin.

Eine Erfahrung, die Norbert Todt nur zu gut kennt. Der Leiter der Fachabteilung Fahrzeug-Technik und Unfallanalyse führt regelmäßig Sensibilisierungskurse an Schulen durch. "Darüber sprechen, ist eine Sache, die Gefahr aber selbst mal aus der anderen Perspektive zu erfahren, das hilft den Kindern, solche Gefahrensituation besser einschätzen zu können", ist Todt sich sicher. "Leider können wir als Dekra solche Aktionen aus logistischen Gründen nicht an allen Schulen durchführen. Wenn jedoch Interesse und Bedarf besteht, kann man sich bei uns melden und wir versuchen es, das möglich zu machen."

(RP)