Tarifstreit im öffentlichen Dienst: Warnstreik trifft Pendler aber nicht die Verkehrsbetriebe

Tarifstreit im öffentlichen Dienst : Warnstreik trifft Pendler aber nicht die Verkehrsbetriebe

Der zweitägige Streik im öffentlichen Dienst am Mittwoch und Donnerstag hat vor allem Auswirkungen auf den Bus- und Bahnverkehr in Duisburg gehabt, da die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi auch die Duisburger Verkehrsgesellschaft (DVG) bestreikt hat. Während Fahrgäste vor erheblichen Problemen standen, hat der Streik die DVG wirtschaftlich weniger getroffen als zu vermuten wäre.

In einer ersten Bilanz der vergangenen Streiktage blickt DVG-Pressesprecher Helmut Shoofs zunächst auf die Verlustseite. "Wir hatten an allen Streiktagen natürlich Einnahmeausfälle aus Ticketverkäufen", erklärt er. An einem Wochentag liegen die Erlöse aus Ticketverkäufen an Automaten, in den Bussen oder in den Servicecentern zwischen 30.000 und 40.000 Euro.

Den Verlusten durch Ticketverkäufe steht jedoch gegenüber, dass die Verkehrsgesellschaft einiges einspart. An erster Stelle stehen dabei die Personalkosten. So erhalten die Beschäftigten, die sich aktiv am Arbeitskampf beteiligen, im Streikfall keinen Lohn vom Arbeitgeber. Den Lohnausfall ihrer Mitglieder gleicht jedoch die Gewerkschaft aus. Neben Personalkosten spart die DVG an Streiktagen auch Treibstoff für ihre Busse und Strom für ihre Bahnen ein. Auch die Rolltreppen und Aufzüge an den Haltestellen verursachen an diesen Tagen keine Kosten. "Den Verlusten müsste man grob gerechnet etwa 70.000 Euro gegenüberstellen, die wir an einem solchen Tag einsparen", meint Schoofs. In diese Rechnung nicht mit einbegriffen sind jedoch Image-Verluste, die das Unternehmen erleidet. So kann es zum Beispiel sein, dass Fahrgäste aus Verärgerung oder Verunsicherung auch in den Tagen nach einem Streik noch den öffentlichen Nahverkehr meiden.

Zu sagen, dass Verkehrsbetriebe im Streikfall sogar Gewinn machen, wäre nach Ansicht von Helmut Schoofs nicht ganz richtig. Schließlich beinhaltet ein Tarifstreit in den meisten Fällen auch eine Forderung nach mehr Lohn, die dann die Verkehrsbetriebe zahlen müssen. "Welche Kosten bei einem Tarifabschluss auf die DVG zukommen, lässt sich noch nicht sagen. In jedem Fall wären dies aber die großen Kosten", erklärt der Sprecher der DVG.

Während die DVG keine endgültige Bilanz des Tarifstreits ziehen kann, waren es sowohl Taxiunternehmen, wie auch Fahrradverleihstationen, die vom Streik profitierten. Die Radstationen der Marke "Metropolradruhr" verzeichneten an den beiden Streiktagen Rekordwerte bei den Ausleihzahlen. Insgesamt wurden rund 3.000 Mal die Metropolräder ausgeliehen, davon alleine 350 Mal in Duisburg.

(ac)
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