Wanheimerort: Viel zu erleben beim Tag der Vereine auf dem Michaelplatz

Wanheimerort : Viel zu erleben beim Tag der Vereine

Auch langjährige Bewohner des Stadtteils können noch Neues entdecken: Das Angebot auf dem Michaelplatz reicht von den Ruhrpottguggis bis zu den Pfadfindern.

Buntes Treiben auf dem Michaelplatz: Die Vereine des Stadtteils haben gerufen, und eine ganze Menge Duisburger sind gekommen, zum Tag der Vereine am Samstag. „Ich leb’ schon immer hier, aber von den meisten Vereinen hier hab’ ich noch nie was gehört“, erzählt „Manni“, nach eigener Auskunft Duisburger Urgestein. „Da ist das schon gut, dass ich hier mal sehen kann, was in Wanheimerort so los ist.“

Los ist eine ganze Menge, vor allem akustisch. Den ganzen Tag über treten auf der Bühne Bands und DJs auf, zur Mittagszeit gerade „The Muted Fox“ mit Rock-Coverversionen. Erst als die Band Gitarre und Drumsticks niederlegt, dürfen die zwei musikalischen Vereine auf dem Michaelplatz ran: Zuerst die Ruhrpottguggis mit viel Getrommel und Blech, dann der Spielmannszug Wanheimerort mir hohen Flötentönen.

Nebenan stellt sich die freie evangelische Gemeinde vor, genauso wie die normale evangelische Gemeinde des Stadtteils. Der Kleingartenverein Im Fuchspfad nutzt die Gunst der Stunde nicht bloß, um sich selber zu präsentieren, sondern macht die Wanheimerorter gleich noch auf ein wichtiges Thema aufmerksam: das Bienensterben. „Rettet die Bienen“ haben sich die Hobbygärtner wortwörtlich auf die Fahne geschrieben. Gleich daneben informiert der Verein für Körper- und Mehrfachbehinderte über seine Arbeit, genauso wie die Lebenshilfe.

Während die Erwachsenen quatschen, können die Kinder aktiv werden, zum Beispiel bei der Feuerwehr. Da gilt es, mit echten Feuerwehrschläuchen große Holzflammen umzuspritzen. Etwas mehr Fingerspitzengefühl ist beim Riesen-Jenga der Pfadfinder vonnöten, die grobmotorischeren Wanheimerorter wagen sich lieber ans Dosenwerfen. Noch mehr Auswahl haben die Falken, die sozialistische Jugend Deutschlands, die direkt mit ihrem eigenen Spielstand nach Wanheimerort gekommen sind. Ein besonderes Angebot hat der ADFC, der allgemeine deutsche Fahrradclub, mit nach Wanheimer­ort gebracht. Auf Wunsch fräsen die Mitglieder des ADFC eine spezielle Nummer ins Fahrrad, ähnlich der Fahrgestellnummer beim Auto. „So können Polizei und Fundbüros Fahrräder ganz einfach zuordnen“, erklärt Wilma Gottschalk, „aber das schreckt natürlich Diebe auch so ab, wenn sie sehen, dass das Fahrrad eine Nummer hat.“

Der Code ergibt sich aus persönlichen Daten des Fahrradbesitzers, so entsteht eine einzigartige Nummernkombination, die Verwechslungen ausschließt.

Derweil wagen sich die abenteuerlustigen Besucher auf das Bungee-Trampolin und schwingen sich in luftige Höhen. Gleichzeitig ist auch auf dem Michaelplatz eine Menge los, Cheerleader und Musiker geben sich hier die Klinke in die Hand.

Einige ältere Bewohner des Stadtteils beäugen das Geschehen von ihrem Stammplatz, aus Kneipen und Cafés zwar betont misstrauisch, doch wer fragt, bekommt eine einstimmige Antwort: „Schön, dass in Wanheimerort so viel passiert!“

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