Wanheimerort: Sana-Kliniken schließen ihr Bewegungsbad

Überraschendes Aus : Sana-Kliniken schließen ihr Bewegungsbad

Das Gebäude ist alt und müsste saniert werden. Reha-Patienten sollen auf andere Angebote ausweichen, doch dort gibt es kaum freie Plätze.

Das Bewegungsbad der Sana Kliniken in Wanheimerort hat überraschend den Stöpsel gezogen. „Aufgrund der jahrelangen hohen Beanspruchung des Bewegungsbades und der technischen Überalterung sehen wir leider keine Möglichkeit, einen kontinuierlichen Betrieb aufrecht erhalten zu können“, erklärt eine Sprecherin der Kliniken mit Bedauern. Seit vielen Jahren bot das Bad die therapeutische Bewegung im warmen Wasser an.

Das Aus trifft besonders diejenigen im Duisburger Süden, die die Kombination aus ärztlicher Behandlung und Training für die Gelenke und den Körper an einem Ort geschätzt und auch dringend benötigt haben. Edeltraud Wohlfahrt, ehrenamtliche Mitarbeiterin bei der Duisburger Rheuma-Liga, kennt viele solcher Fälle. „Praktisch jeder, der Gelenkschmerzen hat, braucht ein solches Bad mit Wassertemperaturen von 31 Grad“, erläutert Wohlfahrt die Notwendigkeit einer solche Einrichtung, „Spaßbäder gibt es in der Stadt ja genug.“

Gerade in der Sana Klinik sei die Kombination aus Experten in der Orthopädie, Rheuma-Station und einem Bewegungsbad sinnvoll gewesen – „Betroffene und Ärzte kennen sich seit vielen Jahren, dagegen kennen viele Hausärzte die Besonderheiten eines Funktionstrainings nicht. Sie schicken ihre Patienten deshalb oft zum Reha-Sport, was wiederum zu anstrengend für die Betroffenen ist.“

Auch sei das Bad ein sozialer Treffpunkt gewesen, oft kamen die Menschen hier über Jahrzehnte zusammen. Mit dem Aus für das Bad der Sana Kliniken werden die Wege im Süden der Stadt für manche nun länger. Sie müssen etwa ins evangelische Bethesda Krankenhaus oder ins BG Klinikum ausweichen. „Wer ein Auto hat, für den ist das vielleicht kein Problem“, glaubt die Mitarbeiterin der Rheuma-Liga, aber ohne Auto werde es für die ohnehin belasteten Menschen schwieriger.

Dass der Bedarf schon kurz nach der Schließung angestiegen ist, kann das Bethesda bereits bestätigen: „Die Auslastung ist montags bis freitags von 8-20 Uhr. Es gibt nur noch vereinzelte Zeiten, die aber Aufgrund der Auslastung der Filteranlage nicht mehr vergeben werden dürfen“, so ein Sprecher des Krankenhauses.

Die Deutsche Rheumaliga habe wegen zusätzlichen Zeiten schon nachgefragt. Ebenso wolle das Familienbildungswerk noch weitere Zeiten haben. Doch „die Wartezeit für den Reha-Sport im Wasser liegt derzeit bei ca. einem Jahr“, teilt das Krankenhaus mit. Indes bedauern die Sana Kliniken, „dass wir unseren Kursteilnehmern keine andere Nachricht übermitteln konnten, vor allem, weil viele uns über die Jahre die Treue gehalten haben“. Zum Ausgleich habe man für die anderen Kursteilnehmer alternative Bewegungsangebote in der Halle zusammengestellt.

(RPN)
Mehr von RP ONLINE