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Duisburg: Wahlkampf im Internet

Duisburg : Wahlkampf im Internet

Die Befürworter der Abwahl des Oberbürgermeisters machen im Internet für den Wahltag mobil. In sozialen Netzwerken wie "Facebook" versuchen sie, die Wähler zu erreichen. CDU und die Junge Union halten sich zurück.

Seit vorgestern ist es bekanntlich möglich, sich per Briefwahl an der Abwahl von Oberbürgermeister Sauerland zu beteiligen. Die Gegner des Stadtoberhauptes wollen die verbleibende Zeit bis zum Stichtag am Sonntag, 12. Februar, offenbar nutzen, um noch möglichst viele Duisburger davon zu überzeugen, für die Abwahl des Bürgermeisters zu stimmen.

Internet als Plattform

Zu diesem Zweck bedienen sich Sauerland-Gegner, das sind die Initiative "Neuanfang für Duisburg", die örtliche SPD, Grüne und die Piratenpartei, neben etablierten Mitteln vor allem der sozialen Netzwerke im Internet. Die Internetseiten "Facebook" und "Studivz" sind in diesen Tagen die Plattformen des kommunalen Wahlkampfes.

Auf der von vielen Studenten besuchten Website "Studivz" beispielsweise gibt es mehrere Gruppen, die den Rücktritt des Bürgermeisters fordern. Zwar haben diese Gruppen nur wenige Hundert Mitglieder, doch eine Eigenheit solcher Internetseiten ist es, dass wenige Gruppenangehörige ausreichen, um bestimmte Informationen an Tausende andere Nutzer weiterzugeben.

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Auf der Seite des weltweit größten sozialen Netzwerkes "Facebook" sind so gut wie alle Vereinigungen vertreten, die sich für die Abwahl des Oberbürgermeisters einsetzen. In den offenen Gruppen "Neuanfang für Duisburg" und "Ja zur Abwahl" organisieren die Sauerland-Gegner ihren Protest. Sie veröffentlichen dort Presseartikel, Filmbeiträge, Aufrufe zu Protestaktionen und Diskussionsbeiträge. Außerdem wird in diesen Gruppen mit anderen Nutzern über das weitere Vorgehen debattiert. Die Internetauftritte von SPD, Jusos und Grünen dagegen wirken verhaltener, obwohl auch auf diesen Seiten die Unterstützung der Initiative ersichtlich wird. Diskussionen werden dort zwar nicht öffentlich geführt, doch Presseartikel und Links auf Abwahlseiten lassen den Standpunkt von Sozialdemokraten und Umweltpartei deutlich werden.

Piraten werben für Abwahl

Auch die neu gegründeten Duisburger Piraten beteiligen sich an der Abwahlinitiative. Die Internetpartei versucht über das "teilen" von Informationen möglichst viele Benutzer anzusprechen, damit diese im Februar die Wahllokale aufsuchen.

Aufseiten der Christdemokraten, ihrer Jugendorganisation Junger Union und anderer Abwahlgegner scheint man die sozialen Netzwerke nicht als Wahlkampfplattform anzusehen. Zwar ist die Junge Union im Gegensatz zu ihrer Mutterpartei bei "Facebook" vertreten, doch die Abwahl wird auf den entsprechenden Seiten nicht thematisiert.

(RP)