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Wahl des Bundespräsidenten: Acht Duisburger sind dabei

Bundesversammlung : Diese Duisburger wählen den Bundespräsidenten

Am 13. Februar wird in Berlin über das künftige Staatsoberhaupt Deutschlands entschieden. Acht Duisburger sind in diesem Jahr Teil der Bundesversammlung – so viele wie noch nie. Wir haben uns bei ihnen umgehört.

Der neue Bundespräsident wird am 13. Februar gewählt und er wird wohl wieder Frank-Walter Steinmeier heißen. Bislang haben nur die Linken mit Gerhard Trabert einen Gegenkandidaten aufgestellt, er gilt als chancenlos. 1472 Mitglieder hat die Bundesversammlung in diesem Jahr, darunter sind alle Mitglieder des Bundestags, aber auch Landespolitiker und Prominente aus der Zivilgesellschaft.

Allein acht Duisburger werden diesmal in Berlin dabei sein. Wir haben sie gefragt, was sie sich von der Wahl erwarten.

Als langjähriger Bundestagsabgeordneter hat Mahmut Özdemir (SPD) bereits Erfahrung mit der Bundesversammlung. Eine Ehre sei es für ihn jedoch nach wie vor, sagt er auf Anfrage. „Es erfüllt mich mit Stolz und Demut, stellvertretend für die Menschen im Land eine Stimme zur Wahl des Staatsoberhauptes der Bundesrepublik Deutschland abgeben zu dürfen“, sagt er. Mit Blick auf seine Steinmeier-Unterstützung verweist Özdemir zwar auf das Wahlgeheimnis, lobt den Amtsinhaber aber in höchsten Tönen. Steinmeier zeichne sich durch seinen ruhigen, diplomatischen Stil, seine Milde, Objektivität und Weitsicht aus.

 Mahmut Oezdemir (SPD).
Mahmut Oezdemir (SPD). Foto: imago/photothek/Thomas Trutschel/imago
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Neben der SPD, CDU und FDP haben auch die Grünen angekündigt, Steinmeier am 13. Februar zu unterstützen. „Ja“, antwortet Lamya Kaddor auf die Frage, ob sie Steinmeier denn auch wirklich wählen wird. Auch wenn sie als „Feministin“ finde, „dass grundsätzlich Frauen in hohe Ämter und Aufsichtsräte gehören, die kommen einfach anders zu guten Entscheidungen“, sagt Kaddor. Dass es keinen aussichtsreichen Gegenkandidaten gibt, störe sie allerdings nicht: „Ist Langeweile eine politische Kategorie? Über die Frage, wer das Staatsoberhaupt sein sollte, ist Konsens eine politische Größe an sich, oder?“

 Felix Banaszak (Grüne).
Felix Banaszak (Grüne). Foto: dpa/David Young

Auch ihr Fraktionskollege Felix Banaszak kann die Grünen-Unterstützung für Steinmeier verstehen. „Diesen Schritt kann ich sehr gut nachvollziehen, denn in einer Notsituation wie der aktuellen Corona-Pandemie sind Halt und Stabilität relevante Faktoren – auch bei der Besetzung des höchsten Amtes im Staat“, sagt Banaszak.

 Lamya Kaddor (Grüne).
Lamya Kaddor (Grüne). Foto: dpa/Kay Nietfeld

Der einzige Duisburger Bundestagsabgeordnete, der sich gegen Steinmeiers Wiederwahl ausspricht, ist der Linken-Politiker Christian Leye. Er werde „auf jeden Fall“ für den Linken-Kandidaten, den Sozialmediziner Gerhard Trabert stimmen, sagt Leye auf Anfrage. „Er ist ein überzeugter Kämpfer gegen Armut und Ausgrenzung, der sich nicht zu schade ist, auch selbst auf der Straße mit anzupacken“, sagt Leye. Traberts Kandidatur mache Sinn, weil sie auf die zunehmende Armut und soziale Spaltung aufmerksam mache. „Es ist gut, die Kandidatur zu nutzen, um dieses wichtige Thema anzusprechen und fortschrittliche Lösungen anzubieten“, sagt Leye.

 Christian Leye (Linke).
Christian Leye (Linke). Foto: Norbert Prümen

Neben den Abgeordneten des Bundestags dürfen die Bundesländer eine gleich hohe Zahl an Vertretern in die Bundesversammlung entsenden. So werden auch die beiden Duisburger Landtagsabgeordneten Sarah Philipp (SPD) und Petra Vogt (CDU) ihre Stimme in der Bundesversammlung abgeben. Philipp nimmt zum ersten Mal teil. „Frank-Walter Steinmeier ist ein über die Parteigrenzen hinweg anerkannter Bundespräsident“, sagt Philipp. „Besonders beeindruckt hat mich, dass Frank-Walter Steinmeier nach der Flutkatastrophe in Nordrhein-Westfalen den richtigen Ton getroffen und den Betroffenen sein tiefes Mitgefühl ausgesprochen hat.“

 Sarah Philipp (SPD).
Sarah Philipp (SPD). Foto: privat/Privat

Auch Vogt spricht sich gemäß ihrerer Parteilinie für Steinmeier aus. „Vor allem mit Blick auf die Corona-Pandemie ist es wichtig, dass wir einen Bundespräsidenten haben, der auch in aufgeregten Zeiten die staatspolitische Verantwortung übernimmt und eine gewisse Ruhe ausstrahlt,“ sagt Vogt. Gleichwohl betont sie, eine Frau im Amt hätte der Republik gut getan. Bislang gab es in Deutschland noch keine Bundespräsidentin.

 Petra Vogt (CDU).
Petra Vogt (CDU). Foto: n.n.

Oft werden für die Landeslisten aber auch Prominente nominiert, wie diesmal die Bloggerin und Duisburger Notärztin Carola Holzner, die vielen als „Doc Caro“ bekannt ist. Die SPD entsendet die 40-Jährige in die Bundesversammlung. Sie sagt auf Anfrage: „Es ist eine große Ehre und Freude für mich. Es bedeutet, dass ich nach Berlin reisen darf stellvertretend für viele Bürgerinnen und Bürger. Dass ich eines Tages den Bundespräsidenten wählen würde, hätte ich mir auch nicht träumen lassen.“

Auch Bundestagspräsidentin Bärbel Bas darf in ihrer Funktion als Abgeordnete an der Wahl teilnehmen – mehr noch: Sie organisiert federführend deren Ablauf. Was sie uns vorab dazu erzählt hat, lesen Sie hier.