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Duisburg: Wache wird dreimal so teuer wie geplant

Duisburg : Wache wird dreimal so teuer wie geplant

Die Anforderungen seien im Laufe der Zeit gestiegen, heißt es bei der Stadt Duisburg. Rheinhauser Politik wünscht sich mehr Informationen über Kostenexplosion: Aus ursprünglich 8,3 wurden 23,9 Millionen.

Bauprojekte können im Laufe der Zeit eine Eigendynamik entwickeln. So ist es auch im Fall der neuen Feuerwache Rheinhausen, die an zentraler Stelle des Bezirks errichtet werden soll, auf einem brach liegenden Gelände der Stadtwerke zwischen Lindenallee und Neuer Krefelder Straße. Ging das zuständige Immobilien Management Duisburg (IMD) ursprünglich von Gesamtkosten von rund 8,3 Millionen Euro aus, beziffert der städtische Bauherr die Baukosten inzwischen mit rund 23, 9 Millionen Euro. Diese Summe nannte IMD-Geschäftsführer Christoph Weber in der letzten Sitzung der Bezirksvertretung Rheinhausen. Der aktuelle Wirtschaftsplan des IMD, den der Rat in seiner Sitzung am Montag beschloss, ging noch von 22,8 Millionen Euro aus.

Die bisherige Feuer- und Rettungswache 6 an der Friedrich-Ebert-Straße in Hochemmerich versorgt zusammen mit den Freiwilligen Feuerwehren den gesamten Bezirk Rheinhausen, die Gebiete von Rheinhausen und Rumeln-Kaldenhausen. Allerdings ist die 1942 erbaute Station in die Jahre gekommen und stark sanierungsbedürftig. Die Feuerwehrleute haben dort mit mehreren Problemen zu kämpfen: Das Gebäude weist Feuchtigkeitsschäden auf, die Technik ist überaltert, der Schlauchturm wurde wegen Einsturzgefahr gesperrt. Größere Löschfahrzeuge kommen kaum noch durch die Durchfahrten. Die vorgeschriebenen Zeitvorgaben nach dem Brandschutzbedarfsplan können in Rheinhausen nicht mehr eingehalten werden. Das alles macht einen Neubau notwendig.

Den Rheinhauser SPD-Ratsherrn Reiner Friedrich beschäftigt das Thema seit vielen Jahren: "Die frühere Planung wurde neu gemacht, da zwischenzeitlich die Anforderungen der Feuerwehr erheblich zugenommen haben." Das bestätigt eine Sprecherin der Stadt: Es sei richtig, dass die Anforderungen in den letzten Jahren erheblich gestiegen sind. Die Entwurfsplanung werde im ersten Quartal 2018 vorliegen. "Im Anschluss erfolgt die Planungsphase mit der Genehmigungsplanung." Erst dann würden sämtliche Details feststehen. Einen konkreten Baubeginn könne man erst nennen, wenn die Planungen weiter fortgeschritten sind. Es solle aber keine weiteren zeitlichen Verschiebungen für das Projekt geben, hatte Christoph Weber, Sprecher der IMD-Geschäftsführung, den Rheinhauser Bezirksvertretern versichert. In ihrer Februar-Sitzung will die BV noch einmal nachhaken - vor allem auch bei den genauen Gründen der gestiegenen Baukosten. Wie soll die neue Feuerwache baulich aussehen und wie soll sie ausgestattet sein? Darüber macht die Stadt bisher keine genauen Angeben. Ratsherr Friedrich geht von einem zwei- bis dreistöckigen Flachbau auf dem rund zwei Hektar großen Gelände aus. Bei der Planung müsse der IMD getrennte Toiletten und Umkleideräume für Feuerwehrmänner und -frauen berücksichtigen. In das neue Gebäude sollen auch die Löschzüge der Freiwilligen Feuerwehr Rheinhausen und Oestrum untergebracht werden. Die Freiwilligen Feuerwehren Friemersheim und Rumeln- Kaldenhausen bleiben an ihren bisherigen Standorten. Fest stehe, so Friedrich, dass die Ein- und Ausfahrt der Feuerwache an der Neuen Krefelder Straße entstehen soll. Mit einem Baubeginn rechnet der Ratsherr nicht vor 2020.

(RP)