Duisburg: Vorbereitungen für die A 59-Sperrung

Duisburg: Vorbereitungen für die A 59-Sperrung

Noch vor Beginn der Bauarbeiten an der A 59 wird die A 40-Rheinbrücke zwischen Homberg und Neuenkamp repariert, um einen zusätzlichen Engpass zu vermeiden. In spätestens 20 Jahren muss hier eine neue Brücke hin.

Der Blick ist nach oben gerichtet. Und was NRW-Verkehrsminister Michael Groschek unter der A 59 in Höhe des Meidericher Stadtparks zu sehen bekommt, fällt auch dem Laien ins Auge. Rostiger Stahl unter abgeplatztem Beton — der Handlungsbedarf ist offenkundig. Groschek erläuterte gestern mit Fachleuten das Baustellenmanagement des Landes anhand von den Großprojekten A 59 und dem Kaarster Kreuz.

Planungsdezernent Carsten Tum will die Pendler zum Umsteigen auf den Nahverkehr überreden. Foto: Christoph Reichwein

Annegret Schaber, Projektleiterin von Straßen.NRW, betonte erneut, dass es zur einseitigen Sperrung der Nord-Süd-Achse vom 1. Mai bis 2. Oktober keine Alternative gebe. Die Sperrung von jeweils einer Fahrspur je Richtung ließe sich während der Bauphase nicht verwirklichen. "Der Abstand zum Arbeitsbereich ist wegen der schmalen Fahrbahnen zu gering und hätte die Arbeiter gefährdet", sagte sie.

Diese Ausweichmöglichkeiten gibt es. Foto: NN

Deshalb muss die A 59 zwischen dem Kreuz Duisburg-Nord (A 59 / A 42) und dem Kreuz Duisburg (A 59 / A 40) vom 1. Mai bis 13. Juli in Richtung Düsseldorf und vom 19. Juli bis 2. Oktober in Richtung Dinslaken voll gesperrt werden. Für rund 51 Millionen Euro wird dann der etwa 5,3 Kilometer lange Abschnitt grundsaniert.

Die Berliner Brücke wird mit zusätzlichen verschweißten Stahlträgern versehen und auf die derzeitige Belastung von rund 80 000 Fahrzeugen täglich eingerichtet. 15 bis 20 Jahre soll der Abschnitt halten. In 20 Jahren ist dann ein sechsspuriger Ausbau zwischen den beiden Autobahnkreuzen geplant.

Den Ausbau im Sommer teilen sich zwei Arbeitsgemeinschaften aus jeweils vier Firmen. Verzögerungen soll es nicht geben. "Für einen solchen Fall wurden Konventionalstrafen von 40 000 Euro pro Tag vereinbart", sagte Annegret Schaber.

Dass zeitgleich die Fahrbahndecke zwischen den Anschlussstellen Duisburg-Walsum und Dinslaken-Hiesfeld saniert wird, sei kein größeres Problem, meint man bei Straßen.NRW. Zum einen seien hier "nur" 30 000 Fahrzeuge pro Tag unterwegs, zum anderen bliebe hier vom 1. Mai bis zum 30. September jeweils eine Fahrspur je Richtung frei.

Allen Beteiligten ist klar, dass die Sperrung nicht ohne gravierende Beeinträchtigungen des Verkehrs über die Bühne gehen kann. Planungsdezernent Carsten Tum wies gestern darauf hin, dass aufgrund der laufenden Arbeiten am Ruhrorter Karl-Lehr-Brückenzug innerstädtische Ausweichstrecken begrenzt seien. Die Stadt setze daher vor allem auf eine Verstärkung des Straßenbahnverkehrs, die in nord-südlicher Richtung öfter und schneller fahren sollen. So soll die Linie 903 zwischen Rheintörchenstraße und Watereck im Fünf-Minuten-Takt fahren. Gleiskörper werden für Autos zwischen Hamborn und Bahnhof Meiderich sowie auf der Ruhrorter Straße in Kaßlerfeld gesperrt, damit die Bahnen schneller durchkommen. Schon jetzt gibt es vorbereitende Arbeiten an der Nord-Süd-Achse. Ab heute, 21 Uhr, bis Sonntag, 12 Uhr, saniert Straßen.NRW zwischen der Ausfahrt Duisburg-Meiderich und dem Autobahnkreuz Nord in Fahrtrichtung Dinslaken den rechten Fahrstreifen.

  • Sperrung der A59 bei Duisburg : Für alle eine harte Geduldsprobe

Bevor die Arbeiten auf der A 59 beginnen, sollen die derzeitigen Maßnahmen im Autobahnkreuz Kaiserberg auf der A 40 in Richtung Essen beendet sein.

Am morgigen Samstag, 8. März, wird dazu die Ausfahrt in die Anschlussstelle Duisburg-Kaiserberg von 5 bis 18 Uhr gesperrt. Hier wird auf einer Länge von 100 Metern eine neue Asphaltdeckschicht eingebaut. Die Durchfahrt in der "Parallelfahrbahn" des Autobahnkreuzes in die Ausfahrt der Anschlussstelle Kaiserberg wird unterbrochen und nicht möglich sein. Der Verkehr wird auf die A3 bis Oberhausen-Lirich geleitet und von dort über die A3 in Gegenrichtung zum Autobahnkreuz Kaiserberg auf die A40 in die dort geöffnete Ausfahrt. Die Umleitungsstrecke wird ausgeschildert sein. Damit nicht genug: Um nicht zeitgleich Arbeiten an der A 40-Rheinbrücke zwischen Neuenkamp und Homberg und der A 59 zu haben, werden nun auch noch dringende Sanierungsarbeiten an der Brücke vorgezogen. An den beiden kommenden Wochenenden wird es daher nur zwei Fahrstreifen je Richtung geben.

Ab heute, 22 Uhr, bis Montag, 5 Uhr, steht in Richtung Venlo nur ein Fahrstreifen zur Verfügung.

Am nächsten Wochenende ist die Fahrtrichtung Duisburg zu den gleichen Zeiten betroffen. Ab dem Spätherbst soll dann eine grundlegende Sanierung der Rheinbrücke beginnen. Gegenwärtig ist die Standsicherheit der Brücke nicht gefährdet. Mit der Planung einer neuen Brücke für rund 85 Millionen Euro an dieser Stelle soll aber schon bald begonnen werden. Bei einer Belastung von täglich 95 000 Fahrzeugen, darunter 15 Prozent Lkw, wird sie nicht mehr länger als 20 Jahre halten. Darüber hinaus werden in den kommenden Wochen "Unfallhäufungsstellen" beseitigt, indem neue und griffigere Asphaltschichten aufgebracht werden.

Ab dem heutigen Freitag, 21 Uhr, bis Montag, 10. März, 5 Uhr, wird im Autobahnkreuz Duisburg die Verbindungsfahrbahn von Düsseldorf nach Venlo gesperrt. Der ortsnahe Verkehr wird über die über die A59-Anschlussstelle Duisburg-Ruhrort umgeleitet. Wegen der zu erwartenden Behinderungen durch die Wochenend-Baustelle auf der A40-Rheinbrücke Neuenkamp wird dem Fernverkehr empfohlen, der weiträumigen Umleitung über die A 3 in Richtung Arnheim und die A 42 in Richtung Kamp-Lintfort zu folgen.

Am kommenden Montag, 10. März, ab 10 Uhr, bis Donnerstag, 13. März, 5 Uhr, wird in der A 40-Anschlussstelle Duisburg-Rheinhausen die Tangente aus Venlo kommend nach Rheinhausen in Richtung Süden gesperrt. Die Umleitung erfolgt über die "Kreisfahrbahnen" innerhalb der Anschlussstelle Rheinhausen.

(RP)
Mehr von RP ONLINE