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Duisburg: Von Wanheim nach China und Indien

Duisburg : Von Wanheim nach China und Indien

Bereits im Spätsommer soll ein neues Logistikzentrum auf dem Logport II-Gelände in Betrieb gehen. Für Audi hat der Duisburger Hafen hier 25 Millionen Euro investiert.

Für die Duisburger Hafen-Gruppe ist es ein weiterer Meilenstein, denn mit Audi hat duisport ein neues Standbein in der Logistik dazugewonnen. Die Bedeutung wurde schon dadurch unterstrichen, dass bei der gestrigen Vorstellung des Projekts in Düsseldorf neben den Akteuren von duisport, Audi und des Automobil-Logistikers Schnellecke auch die Landesminister Garrelt Duin (Wirtschaft) und Michael Groschek (Verkehr) dabei waren.

Geplant ist, Komponenten für die Audi-Modelle A 3, A 6, Q 3, Q 5 und Q 7 in Container zu verpacken und per Schiff zum Hafen Antwerpen zu transportieren. Von dort treten die Container ihre weite Reise zu den Audi-Werken in Changun (Nordchina), Foshan (Südchina) und Aurangabad (Indien) sowie später auch in ein neues Werk in Mexiko an.

Die Zahlen sind beeindruckend: Pro Jahr sollen 800 000 Kubikmeter Automobil-Komponenten in 16 000 Containern von Wanheim aus per Schiff auf die Reise gehen. Audi hat bereits fünf ähnliche Verpackungszentren in Deutschland. "In Duisburg gibt es eine Infrastruktur, die wir sonst nirgends in dieser Dichte haben", lobte Dr. Michael Hauf, Leiter der Markenlogistik der Audi AG. So hat duisport das über 106 000 Quadratmeter große Grundstück neben dem Containerterminal "Gateway West" extra für den Autoriesen aus Ingolstadt konfiguriert.

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Das Gelände wird in zwei Bauabschnitten mit rund 53000 Quadratmetern Hallenfläche bebaut. Ein eigener Inhouse-Gleisanschluss ist vorgesehen. Die 800 000 Kubikmeter Autoteile seien die Basis für mehr als 300 000 Fahrzeuge für den boomenden Markt in China und Indien. 50 bis 85 Prozent der in den südostasiatischen Autowerken benötigten Teile werden vor Ort produziert. Lediglich die Komponenten, die ein besonderes Know-how erfordern, kommen aus Deutschland. Diese etwa 4000 Einzelteile werden von 500 Lieferanten per Lastwagen in Wanheim angeliefert.

Die Betreiber rechnen mit rund 120 anliefernden Lkw pro Tag. Dafür werde zurzeit in Kooperation mit der Stadt, dem Land, Audi und der in Wolfsburg ansässigen Schnellecke Logistics, die die Verpackung der Autoteile in die Container federführend übernehmen wird, ein integriertes Verkehrskonzept erarbeitet, versprach duisport-Chef Erich Staake. Dazu gehören die frühzeitige Einbindung der anliefernden Speditionen sowie weiträumige Ausschilderungen des Logport II-Geländes an den Autobahnen rund um Duisburg. Stellflächen für die anliefernden Brummis sind auf dem Gelände vorgesehen.

Wenn der Betrieb läuft, sollen insgesamt rund 500 Menschen dort arbeiten. "Das sind doppelt so viel wie zu Zeiten der Zinkhütte und ein Beleg dafür, dass Logistik nicht nur große Flächen benötigt, sondern auch Arbeitsplätze schafft", so Staake. Lob kam auch von Verkehrsminister Groschek: "Dass rund 13 000 Lkw beim Weitertransport nach Antwerpen eingespart werden, schont nicht nur die Umwelt, sondern auch unsere Brücken. Logistik ist eben kein flächenfressendes, unökologische Monster — das Gegenteil ist der Fall."

Die notwendigen Arbeitskräfte sollen im ganzen Ruhrgebiet requiriert werden. Dass das neue Logistikzentrum weitere Autobauer anlocken könnte, wollten weder Staake noch Audi-Mann Hauf dementieren. "Gehen Sie mal davon aus, dass wir das im VW-Konzern abgestimmt haben. Gutes lässt sich nachhaltig nicht versteckt halten", so der Leiter der Markenlogistik von Audi. "Wir würden weitere Automobilbauer sicher nicht abweisen", erklärte duisport-Chef Staake. Zurzeit gebe es aber auch Verhandlungen mit Unternehmen aus anderen Branchen, die Interesse an Logport II bekundet hätten. Mit einer Firma sei man sich so gut wie einig.

(RP)