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Duisburg: Von der Skizze zur Kuh

Duisburg : Von der Skizze zur Kuh

Kinderbuchillustrator Alexander Steffensmeier, geistiger Vater der Bilderbuch-Kuh Lieselotte, hat gestern eine Ausstellung in der Rheinhauser Bezirksbibliothek eröffnet. Seine Werke sprechen auch Erwachsene an.

Rheinhausen Ein Punkt, noch einer, zwei Kreise drum herum – was könnte das sein? "Augen!", rufen die Kinder im Publikum, allesamt Erstklässler der Grundschule Pestalozzistraße, mehr oder weniger entschieden. Richtig, es sind die Augen der Kuh Lieselotte, einer bekannten Kinderbuchfigur mit kleinen Ohren und rundlichen Hörnchen. Das wird natürlich erkannt. Obwohl: Als der Lieselotte-Erfinder, Kinderbuchillustrator Alexander Steffensmeier, sich zum Zeichnen der Lieselotte-Nase vorarbeitet, tippt eine ganze Reihe Kinder noch nachdrücklich auf "Schnecke".

Fantasievolle Nebenschauplätze

Mit dem schnellen Vormalen, Ratespaß fürs junge Publikum inklusive, eröffnete Steffensmeier gestern eine kleine Ausstellung seiner Kinderbuchbilder in der Rheinhauser Bezirksbibliothek. Zu sehen sind Aquarelle: die ursprünglichen Originale der Bilder in seinen Büchern.

Steffensmeiers Werke sind durchaus auch für Erwachsene reizvoll, die sich die Zeit nehmen, genauer hinzusehen. Viele erzählen nicht nur die eigentliche Handlung eines Buches, sie bestechen zusätzlich mit fantasievollen Details, mit liebevoll ausgeschmückten Nebenschauplätzen. Da hängen bei einer Wintergeschichte geringelte Hühner-Socken auf einer Leine im Stall – hühnerfußförmig, mit drei Zipfeln für die Krallen. Da döst im Sommer eine faule Henne in einer Dachrinne vor sich hin, einen Drink neben sich abgestellt, oder es sind Regale im Bildhintergrund zu sehen, vollgestopft mit allerlei Kram, Krempel und Werkzeug.

Wie ein Bilderbuch entsteht

Einige ausgestellte Skizzen dokumentieren, wie eine Illustration entsteht. Steffensmeier erstellt Bleistift-Zeichnungen – erst ganz grob, dann immer detaillierter. Auf den Entwürfen, die in der Bezirksbibliothek zu sehen sind, sind blass im Hintergrund die Schatten vorheriger Versionen zu erkennen.

Sind die Skizzen fertig, scannt Steffensmeier sie ein, druckt sie auf Aquarellpapier aus und malt anhand dieser Vorlagen die Bilder, die damit druckfertig sind. "Das Buch, auf das ich hinarbeite, habe ich immer im Hinterkopf", erklärt Steffensmeier. "Ich plane zum Beispiel beim Malen direkt ein, wo Schrift stehen könnte."

Ausstellungsdauer Die Ausstellung läuft bis zum 28. November.

(RP)