Duisburg: Vom Dorf zurück in die Großstadt

Duisburg: Vom Dorf zurück in die Großstadt

Die Gebag muss sich um die Vermarktung der Grundstücke am neuen Angerbogen offenbar keine Sorgen machen. Der Wohnungsgesellschaft liegen schon viele Anfragen vor - vor allem von ehemaligen Duisburgern.

In den 1970er und -80 Jahren litt Duisburg unter der Stadtflucht. Es war opportun, am Niederrhein zu wohnen und hier zu arbeiten. Drüben waren Grundstücke viel preiswerter als hier, so dass sich dort zum Beispiel der Traum vom freistehenden Einfamilienhaus realisieren ließ. Zudem gab es dort keine Erbpacht, die hier gerne und so oft wie möglich bei städtischen Grundstücken praktiziert wurde. Zudem waren die Benzinpreise so niedrig, dass sich das Pendeln rechnete.

Gebag-Geschäftsführer Bernd Wortmeyer, der bekanntlich das Projekt Angerbogen für die Stadt entwickelt, erlebt heute die "Gegenbewegung". Für Grundstücke im neuen Teil des Angerbogens interessieren sich auffallend viele Ex-Duisburger, so seine Erkenntnis bei der Vermarktung des Areals.

Dass Scharen von Düsseldorfern über die Stadtgrenze drängen werden (was zu Beginn der Planung angenommen wurde), ist eher nicht der Fall. "Und wir wollen auch nicht, dass wir da ein Wohnviertel Düsseldorf-Nord hinbekommen."

Das Neubauareal ist auf diesem Plan mit dem Vermerk "D" gekennzeichnet. Foto: Gebag
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Die Tatsache, dass Auswärtige mit Duisburg-Bezug einen Blick auf Huckingen werfen, macht Wortmeyer optimistisch, dass sich die Neubürger ganz schnell in Huckingen einleben und heimisch werden. 270 ernsthafte Anfragen liegen dem Gebag-Chef bereits vor, obwohl voraussichtlich erst Ende kommenden Jahres der Satzungsbeschluss für den Bebauungsplan getroffen wird.

Verkauft werden könnte aber theoretisch bereits ab dem kommenden Sommer. Grund dafür, dass mit der Vermarktung nicht schon früher begonnen werden konnte, ist die Anger. Das Flüsschen wird gelegentlich zum Fluss und tritt über die Ufer. "Daher mussten wir zunächst das Problem des Hochwasserschutzes lösen, was uns aber gelungen ist", so Wortmeyer.

138 Doppelhaushälften, 89 freistehende Einfamilienhäuser, 26 sogenante Stadthäuser (früher nannte man so etwas Reihenhäuser) und zehn Mehrfamilienhäuser mit 65 Wohneinheiten werden auf der heute noch freien Fläche in den Himmel wachsen. Einige dieser Gebäude werden "Einzelanfertigung" aus Architektenhand sein. Die Preise liegen für solche Objekte in einem oberen Segment. Der überwiegende Teil wird aus der Feder von Projektentwicklern stammen, die zumeist mehrere Areale mit Häusern gleichen Typs bebauen und preiswerter sein können. "Wir wollen aber keine Uniformität haben", sagt Wortmeyer. Er erwartet "stimmige Entwürfe, die unseren Vorstellungen entsprechen".

(RP)