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Duisburg: Vom Bunker zum Kletterfelsen

Duisburg : Vom Bunker zum Kletterfelsen

"Kletterfelsen" greift als Begriff eigentlich zu kurz für das, was der Kletterverein Duisburg aus dem alten Luftschutzbunker an der Rudolf-Schock-Straße in Hochfeld gemacht hat.

Erbaut wurde der Betonklotz in den ersten Kriegsjahren, wohl um 1942. Genauer konnte es Oberbürgermeister Adolf Sauerland bei der Einweihung des Bauwerks als neuem Kletterbunker nicht sagen. Danach habe er sich Privatbesitz befunden. Ein Museumsprojekt, erinnert sich Klettervereinsvorstandsmitglied Jürgen Müller, sei gescheitert.

Schließlich konnte der Kletterverein den Bunker für 35 000 Euro kaufen. Um das Projekt "Kletterbunker" umzusetzen, wurden 350 000 Euro aus Mitteln des Konjunkturpaketes II locker gemacht, und der Umbau konnte beginnen. Innen und außen gestaltete der Verein, der sich vor allem Kooperationen mit Schulen auf seine Fahnen geschrieben hat, eine Kletterlandschaft, die ihresgleichen sucht.

Wetterunabhängig finden sich im Innenbereich auf zwei Ebenen drei Kletterwände mit 30 verschiedenen Routen für Kinder und Anfänger. Beide Wände bieten darüber hinaus selbst Kletterprofis jede Menge Herausforderungen bei einer Höhe von acht beziehungsweise elf Metern.

Im Außenbereich wurden zwei Wände mit künstlichen Klettergriffen versehen. Sie bieten mit 60 verschiedenen Routenführungen jede Menge Abwechselung. Besonders stolz sind die Duisburger Kletterer auf ihre "Alpen im Ruhrgebiet". An einer weiteren 16 Meter hohen und 100 Quadratmeter großen Außenwand wurde mittels Spritzbetontechnik eine täuschend echt wirkende Felswand gestaltet. Sie bietet mit alpinistischen Schwierigkeitsgraden von drei bis sieben mit einem anderthalb Meter herausragenden Felsüberhang ein realistisches Trainingsumfeld wie das echte Hochgebirge.

Vorausklettern

Vor allem, so Vorstandsmitglied Jürgen Müller, kann hier die Technik des Vorauskletterns und Sicherns von vier durch den Landessportbund lizenzierten Lehrtrainern erlernt werden. Jeden Mittwoch trifft sich die Kletterjugend um 19 Uhr zu einem gemeinsamen Trainingsabend am Bunker, bei dem Interessierte jeden Alters gern gesehene Gäste sind. "Neben der Skateranlage im Rheinpark ist der Kletterbunker ein Angebotshighlight für die Jugendlichen in Hochfeld", lobte Oberbürgermeister Sauerland.

Präventionsmaßnahme

Vor allem ging er anerkennend auf die Jugendarbeit des Klettervereins ein, die mit fast allen Schulen in Hochfeld und vielen darüber hinaus kooperiere und Jugendliche in Präventionsmaßnahmen einbinde. "Wer sich an der Kletterwand verausgabt, hat kaum noch Energie für Unsinn", so Sauerland.

(RP)