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Volksbank Rhein-Ruhr und Volksbank Ruhr Mitte vor der Fusion

Zusammenschluss für 2021 wird geprüft : Volksbanken im Ruhrgebiet wollen fusionieren

Die Volksbank Rhein-Ruhr und die Volksbank Ruhr Mitte wollen 2021 fusionieren. Die neue Genossenschaftsbank hätte über 80.000 Mitglieder und knapp 700 Mitarbeiter. Die Aufsichtsräte sollen bis Ende April eine Entscheidung fällen.

Die am Duisburger Innenhafen ansässige Volksbank Rhein-Ruhr und die Gelsenkirchener Volksbank Ruhr Mitte prüfen einen möglichen Zusammenschluss. Das teilten die beiden Genossenschaftsbanken am Dienstag mit. Die Vorstandsmitglieder der beiden Banken stünden in „vertrauensvollen und ergebnisoffenen“ Gesprächen über die Zielsetzung und Eckpfeiler einer möglichen Fusion im Jahr 2021.

Die Volksbank Rhein-Ruhr hat insgesamt 16 Geschäftsstellen, acht davon in Duisburg (Innenhafen, Sonnenwall, Sittardsberg, Rheinhausen, Alt-Hamborn, Meiderich, Röttgersbach und Walsum). Dazu kommen vier Filialen in Oberhausen (Mitte, Sterkrade, Osterfeld und Schmachtendorf), drei in Mülheim (Mitte, Saarn und Speldorf) und eine in Ratingen-Lintorf.

Die Volksbank Ruhr Mitte hat ihren Sitz in Gelsenkirchen und Filialen in Gelsenkirchen, Herten, Gladbeck, Recklinghausen, Marl und Wattenscheid. Die fusionierte Bank hätte eine Bilanzsumme von vier Milliarden Euro, mehr als 80.000 Mitglieder und knapp 700 Mitarbeiter, wobei nach den Kennzahlen die Gelsenkirchener Bank die etwas größere wäre (siehe Box). „Das sagt aber nur bedingt etwas darüber aus, wer die übernehmende Bank wäre. Dabei muss man auch steuerliche Besonderheiten und andere Zahlen berücksichtigen“, sagt Claudia Behrens, Sprecherin der Volksbank Rhein-Ruhr.

Hintergrund der geplanten Fusion seien die Herausforderungen durch Niedrigzinsen, Digitalisierung, verändertes Kundenverhalten und starren Regelungen für den Bankensektor. Dem könne man in einer größeren, noch schlagkräftigeren Einheit nachhaltiger begegnen, teilten die Banken mit. „Die angelaufenen Gespräche bestätigen uns, den jeweils richtigen Partner auf Augenhöhe gefunden zu haben. Beide Banken sind kerngesund und haben eine vergleichbare vertriebliche Ausrichtung“, erklärt Thomas Diederichs, Vorstandssprecher der Volksbank Rhein-Ruhr. Zudem gebe es eine lange Zusammenarbeit in gemeinsamen Tochtergesellschaften.

Die Aufsichtsgremien beider Banken sollen nun bis Ende April untersuchen, wie ein möglicher Zusammenschluss ausgestaltet werden könnte. Mitarbeiter, Mitglieder, Vertreter und Kunden sollen von Anfang an in die Überlegungen mit einbezogen und über den weiteren Fortgang informiert werden, erklärte Thomas Diederichs. Sollten die Gespräche zu einem positiven Ergebnis gebracht werden, liege die finale Abstimmung über eine Fusion bei den Mitgliedervertretern. Sie müssten im ersten Halbjahr 2021 darüber befinden.

Der Vorstand der Volksbank Rhein-ruhr mit Oliver Reuter, Carsten Soltau und Thomas Diederichs (von links). Foto: awin. Foto: Alfons Winterseel

Was eine mögliche Fusion für die Kunden, das Filialnetz und die Mitarbeiter  bedeutet, ist derzeit noch unklar. Meist wird bei Bankenfusionen nach Synergieeffekten und Einsparpotenzialen gesucht, um mit dem Zusammenschluss Kosten sparen zu können.