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Duisburg: Vielversprechender Präsident

Duisburg : Vielversprechender Präsident

Interview mit dem in Duisburg lebenden amerikanischen Staatsbürger Thomas Perera über den gestern in den USA vereidigten Präsidenten Barack Obama.

Gestern wurde Barack Obama als 44. Präsident der Vereinigten Staaten vereidigt. Thomas Perera (52), verfolgte als amerikanischer Staatsbürger, der in Duisburg lebt, die Vereidigung von dieser Seite des "großen Teiches" aus. Was Perera über Obama denkt und wie er ihn als neuen Präsidenten sieht, darüber sprach mit ihm RP-Mitarbeiter Nico Weber.

Seit wann leben Sie in Deutschland?

Thomas Perera Seit 1990, aber ich war schon ein paar Mal in den 1970er Jahren hier.

Das vorweg, wie haben Sie die Wahlnacht im November vorigen Jahres verbracht?

Perera Ich habe ein bisschen CNN geguckt, denn ich kenne keine anderen Amerikaner hier in Duisburg, mit denen ich eine Wahlparty hätte machen können.

Wie bewerten Sie den scheidenden Präsidenten?

Perera Ich war von Anfang an gegen George W. Bush und war sehr überrascht, als er ein zweites Mal Präsident wurde. Jetzt bin ich natürlich dankbar, dass Obama gewonnen hat.

Werden Sie in Deutschland schon mal auf Ihren Präsidenten und die amerikanische Politik angesprochen?

Perera Ich sage immer, dass ich keine Antworten habe, die die anderen auch nicht haben. Nach der Wiederwahl von Bush haben viele mich gefragt, wie ich das habe zulassen können, aber ich habe ja nur eine Stimme, die leider nicht viel ausrichten konnte.

Was halten Sie von Obama?

Perera Ich denke positiv über den neuen Präsidenten und dass er einiges erreichen kann . . .

Auch, wenn er sich solch gigantischen Problemen gegenüber sieht?

Perera Alles ist möglich und wenn alle zusammen arbeiten, dann sind die Probleme lösbar. Wenn's einer schafft, dann er!

Haben Sie die Möglichkeit der Briefwahl wahrgenommen?

Perera Ja, ich habe Obama gewählt.

Denken Sie, dass Obama das Bild des Amerikaners in Deutschland ändern kann, dass auch Sie jetzt mit anderen Augen gesehen werden?

Perera Ich denke schon. Die Amerikaner denken nicht viel über deutsche Politik nach, aber hier sind die Zeitungen voll über amerikanische Politik. Und es gibt viele und große Gruppen hier, die hinter Obama stehen und jetzt vielleicht ein besseres Bild von uns haben.

Was denken Sie darüber, dass nun der erste schwarze Präsident Einzug ins weiße Haus hält?

Perera Ich sehe keinen schwarzen Mann, wenn ich Obama sehe. Wissen Sie, ich komme aus einer sehr liberalen Region in Kalifornien, in der man schon lange nicht mehr auf die Hautfarbe achtet. Wir sehen nur einen vielversprechenden neuen Präsidenten.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Obama tanzt durch die Nacht

(RP)